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Renaissance der Möbelkunst

Meisterstück: Küchenbuffet in Kirschbaum und Linoleum
Renaissance der Möbelkunst

Das Küchenbuffet von Michael Sorenson in Kirschbaum und Linoleum ist eine Meisterleistung handwerklichen Könnens. Ästhetik und Funktion bilden eine gelungene Einheit. Zum Vergleich: Anrichte mit Aufstaz

In Ihrer Tiefe abgestufte Schrankelemente von 1000 mm Breite sind, zum Transport einfach lösbar, in seitliche Stollenrahmen eingehängt. Eine rückseitige Kreuzverspannung aus zwei Messingstäben sichert die Statik des Möbels über die Diagonale. Die beiden vorderen Stollen sind geneigt: Die Korpustiefen von unten 360 mm und oben 310 mm entsprechen einem buffettypischen Rücksprung des Oberschranks. Die Korpusseiten aus Stäbchenplatte sind beidseitig mit bordeauxfarbenem Linoleum belegt, das wunderbar mit dem europäischen Kirschbaum harmoniert.

Schiebetüren stellen hier eine sehr gute Alternative zu Drehtüren dar: Sie benötigen vor dem Möbel keine Verkehrsfläche und gefährden die statische Balance auch in geöffnetem Zustand nicht. Die Schiebetüren laufen in Nuten, die erhöhten Zapfen der Querstücke bilden die Lauffedern. Damit die Fachböden über die volle Breite nicht durchhängen, sind T-Stahl-Profile von 20 x 20 mm hinter den Anleimern eingelassen. Damit ist auch gewährleistet, dass Schiebetüren und Schubladen gut ausgerichtet sind. Alle Schubläden werden unterflur auf Kulissenrahmen geführt.

Als Griffmuscheln sind Messingplatten mit 30 mm Lochausschnitt in die Rahmen eingelassen. Dahinter erleichtert eine Ausfräsung mit 34 mm Durchmesser das Hereingreifen. An den Schubladendoppeln sind die gefrästen Griffprofile mit 3 mm starkem Messing hinterlegt. Alle Messingteile sind fein geschliffen.

Fachböden sind auf Schwedenträgern verstellbar. Die Füllungsstäbe der Rahmentüren wurden gefälzt auf Papier geleimt, damit sich Füllungen austauschen lassen, ohne das Holz zu verletzen. Akkurat gebrochene Kanten und präzise Schattenfugen zeichnen die Konturen des Möbels scharf. Die auf Gehrung gesetzten Anleimer der Korpuskanten verdecken in der Vorderansicht die Stärke des Linoleums. Es sind nicht zuletzt die gut durchdachten und hervorragend ausgearbeiteten Details, die dieses Möbel zu einem wahren Schmuckstück machen!

Vertikalschnitt: Schiebetürführung und Verstärkung der Fachböden durch eingelassenes T-Stahlprofil
Frontalschnitt: Schubläden werden unterflur auf Kulissenrahmen geführt

Ursula Maier, Stuttgart, Maître Ébéniste und
Innenarchitektin BDIA. Die Unternehmerin hat
ihren Betrieb um ein Einrichtungshaus sowie ein Büro für Innenarchitektur erweitert und 2007
an die vierte Generation übergeben.

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