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Sieh, das Gute liegt so nah - dds – Das Magazin für Möbel und Ausbau

Meisterstücke
Sieh, das Gute liegt so nah

Matthias Hartmann greift mit seinem Meisterstück eine alte Tradition auf: Edle Kästchen und Schatullen, aufwändig furniert und mit raffinierten Beschlägen ausgestattet, waren Referenzen des Kunstschreiners. Ursula Maier ist entzückt.

Als ich letztes Jahr durch den Souk von Marrakesch schlenderte, gefielen mir besonders die Holzarbeiten aus Thuja-Maser; ich bewunderte die kostbaren Schatullen in allen Größen. Das Holz in seinem goldgelben Grundton mit den schwarzen Wurzelaugen füllt die Regale mit Wärme und bereitet dem Betrachter ein Wohlgefühl.

In der Ausstellung „Möbel Kunst Stück“ in den Räumen der Sparda Bank Stuttgart begegnete mir nun im Februar die Schatulle von Matthias Hartmann, viel strenger und moderner in der Form, mit einer starken Ausstrahlung. Das ebenfalls in Thuja-Maser furnierte Stück hat einen raffinierten Drehbeschlag, der es erlaubt, die Hälften gegen einen angenehmen Widerstand auseinander zu schwenken, ohne dass sie sich in die Quere kommen. Die Innenausstattung ist unspektakulär, aber sehr sorgfältig gearbeitet: Die Nutleistenführung der Schubkästchen ist präzise; der Innenraum wird vollständig genutzt. Streng steht die rechteckige Griffmulde in Bezug zum zierlichen Vorderstück; die Holzstärken sind ausgewogen. Es gilt doch oft das Goethe-Wort: „Warum in die Ferne schweifen …“
Wie erstaunt war ich, als zwei Tage später eben diese Meisterstück mit Fotos und Zeichnung zur Beurteilung vor mir lag! Erst dann habe ich begriffen, welch faszinierendes Geheimnis in der Öffnungsmechanik verborgen ist. Meine volle Bewunderung zolle ich dem eigens entwickelten Beschlag. Die Verbindung von wunderbarer Holzgestaltung und solcher Mechanik erinnert mich an die Kunst der Ebenisten Abraham und David Röntgen. Ein Möbelkleinod!
Die mathematische Faszination, mit der die Dimension von 300 x 300 x 300 mm halbiert, gedrittelt und in immer kleinere Einheiten strukturiert wird, ist spürbar nachzuempfinden.
Matthias Hartmann hat den Röntgen- Brüdern sogar etwas voraus, was ihm bestimmt viel Mühe ersparte: Er konnte den kunstvollen Beschlag auf dem Bildschirm entwickeln und die Funktion im Vorfeld simulieren … Ursula Maier
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