Meisterstück Kommode von Karoline Bickel

Hochgewachsen

Mit 1600 mm Gesamthöhe zählt die Kommode von Karoline Bickel zu den Riesen ihrer Gattung. Das Möbelstück in Esche und Linoleum zeigt eine geradlinige Formensprache und durchbricht auf originelle Weise die Sehgewohnheit.

Die hohe Kommode zeigt in ihrer Asymmetrie ein ausgewogenes Gleichgewicht. Besonders ansprechend ist der klare Stollenbau mit der am goldenen Schnitt orientierten Teilung der Front: Kontrastreich heben sich die Griffleisten in heller Esche von den dunkelgrauen Linoleumflächen ab. Ebenso sind auch die Füllungen der Korpusseiten beschichtet.

Mit den Hauptmaßen 1100 x 610 x 600 mm bietet das Möbel für verschiedenste Zwecke zahlreiche und gut durchdachte Aufbewahrungsmöglichkeiten. Die sieben Schubkästen sind vorwiegend für Kleidung gedacht. Fünf davon haben mechanische Auszüge, die beiden oberen liegen nebeneinander und sind auf seitlichen Vollholzkulissen geführt. Die ausdrücklich von der Kundin gewünschte Möbelhöhe von 1,60 m gewährt nur sehr großen Menschen Einblick in die oberen Schubladen – für stehende Männer wird eine Augenhöhe von 1,51 bis 1,63 m angenommen!

In der unteren der schmaleren Schubladen mit Linoleumfront liegt ein beweglicher Einsatz mit drei Fächern, davon ist eines mit Klappe abschließbar. Daneben befindet sich ein schmales, aufrechtes Fach mit Tür, die mit unsichtbaren Bändern angeschlagen ist. Eine am Oberboden befestigte Kleiderstange soll zum Aufhängen von Schals dienen.

Die Rückwand der Kommode besteht aus zwei kombinierten Rahmen und ermöglicht die Belüftung des Innenraums: Der innere Rahmen ist mit grauem Leinen bespannt, der äußere mit Sprossen ausgeführt. Gewebe und Sprossen nehmen den Farbkontrast von Linoleum und Eschenholz auf. Das ansprechende und originelle Möbel kann als Blickfang frei im Raum stehen oder auch als Raumteiler dienen. Es zeichnet sich durch eine präzise handwerkliche Verarbeitung aus: Alle Kanten sind leicht und akkurat gebrochen, die Holzoberflächen mit Projektöl matt veredelt und gewachst. Die geradlinige Formensprache sowie die Beschränkung in der Materialkombination erzeugen ein stimmiges Gesamtbild.

Zum Vergleich: weitere Kommoden


Eckhard Heyelmann, Garmisch-Partenkirchen, Innenarchitekt und Dipl.-Designer. Von 1990
bis 2001 hat er als Leiter der Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen auch die Entwicklung der Meisterstücke betreut.