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Meisterstück aus Lärche und Linoleum von Laura Korder

Meisterstück von Laura Korder
Alles der Reihe nach

Das »Spiele-Schränkle« von Laura Korder mit seiner harmonisch orthogonalen Gliederung ist gestalterisch und handwerklich ein Meisterwerk.

Harmonisch im Goldenen Schnitt geteilte und durch die Rahmung der Stollenkonstruktion in ihrer gestalterischen Eigenständigkeit betonte Flächen in schlichter Materialität, prägen das in sich ruhende Möbel: Das feinjährige Lärchenholz unterstützt diese Idee ebenso wie das kontrastreich auf den Füllungen der rechten Möbelhälfte eingesetzte Linoleum.

Die Konstruktionszeichnungen des Meisterstücks offenbaren ein Gespür für die sinnvolle Verknüpfung tradierter und zeitgemäßer Möbelbauweise. Selbst kleinste Details ordnen sich ein, ohne das Gesamtbild des Möbels aus den Augen zu verlieren. Das Prinzip der Stollenkonstruktion bildet einen linearen Raum, in den rückseitig die geschlossenen Korpuselemente eingeschoben werden. Laura Korder gliedert bewusst die Fertigung der Möbelelemente in mehrere in sich abgeschlossene Arbeitsabläufe und erreicht damit die angestrebte Genauigkeit in der Ausführung.

Das Stollengestell mit den dreiseitig auf Gehrung zusammengefügten Ecken kann im ersten Schritt für sich genommen verleimt werden. Erst dann folgen die nächsten Schritte im Zusammenbau, die auch aus den Zeichnungen heraus gut nachvollzogen werden können. Unkonventionell sind die Füllungen nicht in das Gestell eingenutet, sondern werden, wie zuvor die Korpuselemente, nachträglich in das fertige Gestell eingesetzt. Durch die Ausführung in Plattenwerkstoff können sie ohne Luft mit umlaufender Schattenfuge leicht vertieft auf die eingenuteten Federn geleimt werden. Die eingeschobene Rückwand erhält an der unteren Kante eine aufgesetzte, magnetisch befestigte Leiste, die optisch die Rahmenstruktur schließt.

Mit den fein gefertigten Griffmulden, Schubkästen, Füllungen und perfekt eingesetzten Beschlägen ist das Meisterstück nicht nur ein besonderes Zeugnis handwerklicher Fähigkeiten, sondern zeigt auch auf, wie eine durchdachte Fertigungsstrategie Gestaltung, Konstruktion und Handwerklichkeit in zeitgemäßer Weise zusammenführen kann. In Kauf genommen werden kann, dass mit der in Etappen aufgeteilten Bauweise von Gestell und Korpuselementen ein im Vergleich mit einschaliger Korpusbauweise höherer Materialeinsatz anfällt – denn dieser ermöglicht hier erst die von Laura Korder angestrebte Präzision in der Ausführung ihres Möbelstücks und damit auch seine außergewöhnliche Qualität.


Litzlbauer_Peter_1c.jpgProf. Peter Litzelbauer, Architekt, Innenarchitekt und Tischlermeister, hat bis Sommer 2017 Grundlagen des Konstruierens/Raum, Möbel, Material an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart gelehrt.


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