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Meisterklasse

Ausbildung
Meisterklasse

Im April 2006 gab es im idyllischen Irschenberg Meisterstücke aus der Meisterschule München zu sehen. Vor Ort trafen wir den Gestaltungslehrer Toni Schmid, der in 30 Jahren mehr als 1800 Meisterinnen und Meister mit ihren Prüfungsstücken betreut hat.

Toni Schmid ist der Ansicht, dass CAD den Charakter verdirbt. Der Fast-Pensionär, der bei Schülern und Kollegen Kultstatus genießt, sagt es mit Augenzwinkern, aber ein bisschen meint er es auch so. Und das ist nur eine seiner Marotten. Im Aktenkoffer liegt der Playboy, »das muss sein«. Schmid hat den Anspruch, nicht nur Beschläge von der Stange zu verwenden. Diesen Ehrgeiz gibt er an seine Schüler weiter. So ist es kein Zufall, dass im Laufe der Jahre an der Meisterschule München immer wieder herausragende Stücke mit »feinmechanischem« Anteil entstanden sind. So mancher von Toni Schmid ursprünglich für ein spezielles Stück entwickelte Beschlag findet sich heute an Gesellen- und Meisterstücken in der ganzen Republik wieder. Vor allem die Raubkopie seines Gehrungsbandes hat den Markt im Sturm erobert. Autorisiert sind die zusammen mit Firma Eberhard entwickelten Beschläge: Auszugssperre, diverse Bänder, Magnetschlösser etc.

Auch das Meisterstück von Stefan Kirschner ist ein Wunder an Präzision. In ein Gerüst aus Edelstahl sind sechs Korpuselemente eingehängt. Rahmen in Wengé mit japanischen Verbindungen tragen Füllungen aus dem Vollkunststoff Parapan. Die Türen sind in verstellbaren Zapfenbändern gelagert und jeweils mit einem präzisen Magnet-Mechanismus verschlossen. Ein perfektes Stück.
Arbeitstisch und Container von Michael Eisenschink wirken dazu wie ein humorvoller Gegenpol. Die Tischplatte, ein mit Linoleum belegter Korpus, der auf Gehrung gearbeitet ist, wird von zwei Eisengurten umfasst. Diese bilden das Tischgestell und sind mit der Platte durch Gewindestangen und Hutmuttern verschraubt. Der Aufsatz wird mit Eisenklammer und Handrad an die Tischplatte geklemmt. Er besteht aus einem Außenkorpus der in Nussbaum, und einem Innenkorpus, der in Ahorn furniert ist. Beide Elemente sind auf Gehrung verleimt, die Multiplexkante ist in der Front sichtbar. Sie ist von einer Haube aus Eisenblech umschlossen, die sich nach unten schwenken lässt.
Wie ein Tresor wirkt der Container mit der stumpf aufschlagenden Koffertür, die mit einem Riegelschloss versperrt wird. Innen befinden sich folgerichtig zwei wie Kassetten herausnehmbare Korpuselemente. Der Sockel besteht aus Flacheisen und einer Eisenplatte. Und Toni Schmid betrachtet seine Stücke zu Recht mit Stolz, wie ein Geburtshelfer. www.meisterschule-schreiner.de JN
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