Gesellenstücke

NRW stellt den Bundessieger

Der erste Platz beim Gestaltungswettbewerb »Die Gute Form« auf Bundesebene geht nach Nordrhein-Westfalen: Mit seinem feinfühlig gestalteten und handwerklich anspruchsvollen Schreibtisch holt Florian Platzek den Titel nach Dinslaken an den Niederrhein.

Auf Bundesebene fällt es der Jury in der Regel ungleich schwerer, zu einem einvernehmlichen Urteil zu finden, als auf Landesebene – schließlich sind alle ausgestellten Gesellenstücke in den Ländern bereits durch eine kritische Auswahl gegangen und stehen nun nicht ohne Grund auf der höchsten Ebene des Wettbewerbs. Der Schreibtisch von Florian Platzek überzeugte durch den minimalistisch ausgebildeten Korpus im Duett mit dem spannend konstruierten Fußgestell. Benjamin Höfer beeindruckte ebenfalls mit einem kontrastreichen Stück: Sein Sekretär aus massiver Eiche und einem Stahlbügel zeigt eine hohe formale Eigenständigkeit. Diese bescheinigt die Jury auch der Wiege von Laura Grünn, einer beachtlichen schreinerischen Interpretation des Weidenkörbchens als Urbild einer Wiege, die auch ohne die feinsinnige Mechanik zur Erweiterung zum Kinderbett bestehen könnte. Pepito Schöpke hat mit viel Liebe zum alten Handwerk eine klassische Truhe gebaut, die von der Jury für den findigen Öffnungsmechanismus mit dem Sonderpreis »Beschlag« ausgezeichnet wurde. Einen Beschlag ersetzen kann die Massivholzkonstruktion des Schubkastenmöbels von Daniel Rehak, und dafür erhält er den Sonderpreis »Massivholz«.

Die Preisgelder verteilen sich wie folgt: Den ersten Preis von 1500 Euro erhält Florian Platzek aus NRW, der zweite Preis von 1000 Euro geht nach Sachsen an Benjamin Höfer und den dritten Preis von 500 Euro erhält Laura Grünn aus Baden-Württemberg, die sich zusätzlich über den mit 250 Euro dotierten Preis der Publikumsjury freuen kann. Die beiden Sonderpreise sind jeweils mit 500 Euro dotiert. Hinzu kommen für alle Preisträger noch Handmaschinen von Festool und natürlich jeweils ein dds-Jahresabo. Undotiert aber deshalb nicht weniger bemerkenswert sind drei weitere Gesellenstücke: Eine Belobigung erhielten Frederik Dethleffsen aus Berlin für seinen Sekretär aus Multiplex, Robin Euler wurde für seine zerlegbare Garderobe geehrt und Malte Neumann für seinen aufwendig verarbeiteten Geschirrschrank.
In der Jury gab es erheblichen Diskussionsbedarf, welche drei Gesellenstücke für einen Preis in Betracht kommen – die Staffelung vieler ganz hervorragender Arbeiten ist bei allem Ringen um Objektivität letztlich immer auch eine Momentaufnahme.

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dds-Redakteur und Tischlermeister Johannes Niestrath verfolgt über 15 Jahre mit Leidenschaft die Wettbewerbe zur Guten Form auf Bundes- und Landesebene und ist regelmäßig in der Jury tätig.

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Die gute Form 2016

Ein Booklet zur Guten Form 2016 mit allen Exponaten kann beim Bundesverband TSD angefordert werden. Animationen zu den Öffnungsfunktionen finden sich im Internet unter dem link www.tischler-schreiner.de/animationen-2016
Tischler Schreiner Deutschland (TSD)10179 Berlin, Tel.: (030) 308823-0

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