Gesellenstücke

Möbel mit Geschichte

Frank-Florian Gollub hat sein Gesellenstück aus einem Lindenstumpf gefertigt, den er seinem Ausbildungsleiter Lutz Sühling abluchsen musste – das Holz hat eine lange Geschichte.

Am Anfang des Gesellenstücks steht in der Regel die Idee für ein konkretes Möbel – manchmal aber auch ein ganz bestimmtes Material: Der Apfelbaum aus dem eigenen Garten oder der Stamm, den bereits der Großvater aufgeschnitten und zurückgelegt hat. So erging es Frank-Florian Gollub, als er bei seinem Ausbildungsleiter von der Wilhelm Wißmann GmbH drei Lindenstümpfe entdeckte. Lutz Sühling zögerte, einen davon für die Anfertigung eines Gesellenstücks herauszugeben. Zwischen 1950 und 1961 war er als Schüler und späterer Tischlerlehrling täglich auf der Weseler Straße unterwegs gewesen, die damals noch von alten Linden gesäumt war. Im Jahr 2005 kaufte er vier Stämme der 80 Jahre alten Bäume, als sie von der Stadt Borken bei Straßenbauarbeiten gefällt wurden. Er ließ sie einschneiden und lagerte auch mehrere Stümpfe mit interessanten Astansätzen ein, die aus den Zopfstücken geschnitten wurden – man weiß nie, was einmal daraus werden kann. Der Auszubildende Frank-Florian Gollub wusste zehn Jahre später sofort: Aus diesem Holz soll sein Gesellenstück entstehen. Steter Tropfen höhlt den Stein und vielleicht hat auch der Chef ein gutes Wort eingelegt: Lutz Sühling ließ sich schließlich erweichen und überließ Gollup einen seiner Schätze für ein Baumschränkchen. Dass die Innung Wesel das besondere Stück sogar mit einem Sonderpreis bei der Guten Form auszeichnete, war für alle Beteiligten eine große Freude. –JN

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