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Die Gesellenstücke aus Berlin, Teil 1

Die Gesellenstücke aus Berlin, Teil 1
Möbel für Feinschmecker

Diese Gesellenstücke aus der Max-Bill-Schule Berlin zeigen Freude am handwerklichen Möbelbau! Wir haben sie im Sommer 2021 fotografiert.

Ungewohnt leicht für einen Schreibtisch in Eiche ist das Gesellenstück von Julian Bieneck. Es gewährt durch die Glasplatte Durchblick auf die Konstruktion aus quadratischen Leisten und betont ihre sichtbaren Verbindungen. Der ovale Spieltisch von Hanno Kühn ist umlaufend flächenbündig ausgebildet. Klassisch geführte Schubkästen im Mittelteil und darüber ein seitlich im Konterprofil geführtes Spielfeld, das sich herausnehmen und wenden lässt, kommen gänzlich ohne industrielle Beschläge aus. Aus dem gleichen Betrieb stellen wir ein zweites Gesellenstück vor: Der Atelierwagen von Alexey Joel Aghabeygi zeigt eine als Regal geöffnete und eine durch Schubkästen und Klappen geschlossene Seite. Er ist als Steharbeitsplatz konzipiert und vermittelt durch den Materialkontrast zwischen grau gebeizter Eiche und Messing sowie die exzellente Verarbeitung eine hohe Wertigkeit.

Natürlich aus Massivholz

Eine schöne Massivholzarbeit ist der Küchentisch von Arthur Rothfeld, der sich durch die doppelt gelegte Tischplatte auf zweifache Länge erweitern lässt. Vorgesetzte Zargen sind als Ausleger konstruiert und stützen die beiden Plattenflügel bei voller Länge des Tisches. Das Gesellenstück ist sehr gut geeignet, um Kompetenz im Möbelbau zu zeigen. Julia Hinteregger hat ein Sideboard in Form eines Doppeltrapezes aus Gestell und Korpus gefertigt. Die Schiebetüren zeichnen sich durch einen unglaublich leichten Lauf aus, was durch in die Kanten integrierte japanische Rollenbeschläge erreicht wird. Da dürfen die Schubkästen nicht nachstehen: Sie laufen perfekt auf Movento-Vollauszügen von Blum.
Auch Lisanne Zeller hat sich für ein Sideboard mit Schiebetüren entschieden und sich dabei einer besonderen Schwierigkeit gestellt. Die Schiebetüren sind geschlossen flächenbündig und verfahren beim Öffnen jeweils nach hinten! Eine clevere Geometrie der Führungsnut macht dieses kinematische Wunder ohne mechanische Beschläge möglich. Eine weitere Besonderheit ist die Oberflächenstruktur der Türen durch vertikale Kehlungen quer zur Faser, die auf den ersten Blick die Illusion eines Rollladens schafft.

Allen hier ausgewählten Arbeiten gemeinsam ist die hohe handwerkliche und gestalterische Qualität.


dds-Redakteur Johannes Niestrath war mit Fotograf Markus Hilbich im Sommer 2021 an der Max-Bill-Schule Berlin vor Ort. Eine Auswahl der Winterstücke von Februar 2022 stellen wir in der kommenden Ausgabe vor.


Steckbrief

Gesellenstücke der Tischler gibt es an der Max-Bill-Schule Berlin zweimal im Jahr zu sehen: Hier zeigen wir eine Auswahl der Sommerstücke, die wir im August 2021 fotografiert haben. Anfang Februar 2022 waren dann die Winterstücke ausgestellt, die wir in der April-Ausgabe vorstellen! Leider konnten beide Ausstellungen nur intern ohne Publikum stattfinden.

Max-Bill-Schule, Oberstufenzentrum Planen Bauen Gestalten
13086 Berlin
Tel.: +49 30 912052-175
www.max-bill-schule.de

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