Kleinmöbel als Vorstufe zum Meisterstück

Entwerfen ist nicht alles

Zu einem marktreifen seriellen Möbelstück gehört weitaus mehr, als ein schöner Entwurf, das kann in der Praxis zu eine teuren Erfahrung werden. Grund genug, die Produktentwicklung einmal durchzuexerzieren, bevor man unternehmerische Verantwortung übernimmt.

Im zweiten Semester der Meisterausbildung an den Schulen für Holz und Gestaltung Garmisch-Partenkirchen fließen die Kernbereiche Gestaltung, Konstruktion, Betriebsführung und Fertigungstechnik in einer Projektarbeit zusammen, die sich über das ganze Semester erstreckt: Jeder Schüler entwickelt in der ersten Hälfte dieser Zeit eigenständig ein serielles Kleinmöbel zu einem von drei zuvor durch den Kurs festgelegten Themen und präsentiert seinen Entwurf der Schulgemeinschaft. Innerhalb des Kurses bilden sich dann Kleingruppen, die jeweils einen Entwurf auswählen und gemeinsam weiter ausarbeiten. Dazu gehören Optimierung im Hinblick auf die Fertigung, der detaillierte Fertigungsablauf und nicht zuletzt ein tragfähiges Marketingkonzept. Mit der Fertigung der Kleinmöbel innerhalb von fünf Tagen ist das Projekt abgeschlossen. Findige Gruppen haben gleich einige Objekte mehr gefertigt, um durch den Verkauf ihre Materialkosten einzuspielen, die für alle Gruppen mit maximal 300 Euro pro Objekt angesetzt sind und von den Schülern getragen werden. Ab welcher Stückzahl die tatsächlichen Kosten marktfähig werden, ist eine erhellende Rechenaufgabe! Hier zeigen wir Objekte aus dem Meisterprojekt 2017. –JN