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Die Sachsen kommen

Ausbildung
Die Sachsen kommen

Jan Eckoldt, Geschäftsführer des Fachverbandes Holz und Kunststoff Sachsen und Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer Dresden, sprach mit dds über den dortigen Stand der Meisterausbildung.

Man muss nach Bayern fahren, um einen Sachsen zu treffen: Jan Eckoldt begegnete uns beim »Zukunftsforum Schreiner« in Fürstenfeldbruck. Wir verdanken ihm Einblicke in die Meisterausbildung, wie man sie selten bekommt. »Wir mussten die neue Prüfungsverordnung mehrmals lesen, um sie zu verstehen« gibt der Tischlermeister und Dipl.-Ing. Holztechnik freimütig zu. Inzwischen haben die Dresdner vorbildlich umgesetzt, woran vielerorts noch gearbeitet werden muss.

»Mit dem Fachgespräch, welches mit der neuen Prüfungsverordnung zusätzlich eingeführt wurde, muss der Prüfling auch soziale Kompetenz unter Beweis stellen. Er spricht mit einem fachkundigen Kunden (dem Prüfungsausschuss) über die abgeschlossenen Arbeiten. Um dieser Situation, in welcher viele sehr aufgeregt sind, Spannung zu nehmen, stellt der Prüfling im Vorfeld sein Projekt dem Ausschuss zur Genehmigung vor. So wird die Situation des Fachgesprächs geübt. Das Meisterprüfungsprojekts ist ein umfangreicher Kundenauftrag. Die Absolventen treten als »Generalauftragnehmer« einem echten oder virtuellen Kunden gegenüber und müssen auch mögliche Nachbargewerke einbeziehen. Wenn etwa eine Garderobe gebaut wird, möchte der Kunde auch Fliesen- und Malerarbeiten, Steckdosen und Beleuchtung, eine Trockenbauverkleidung und womöglich neue Vorhänge angeboten bekommen. Also holt sich der Absolvent Angebote passender Gewerken ein und unterbreitet dem Kunden ein fundiertes Gesamtangebot.«
Während der Meistervorbereitung bei der HWK Dresden (rund 15 Monate Vollzeit, zwei Jahre Teilzeit) erstellen die Meisterschüler in kleinen Gruppen jeweils zwei komplette Kundenprojekte aus dem Bereich Bauelemente und dem Bereich Möbel – vom Kundengespräch über Entwurf, die technische Planung, Arbeitsvorbereitung bis zur Fertigung und Nachkalkulation. Dank des knapp bemessenen Zeitraums von sechs bis sieben Wochen treffen die Absolventen hier auf Probleme, die ähnlich in der Praxis auftreten: Lernen für die Prüfung und lernen für die Praxis sind eins.
Neben seinen Ämtern in Fachverband und dem Prüfungsausschuss unterrichtet Jan Eckoldt als freier Dozent an der Staatlichen Studienakademie Dresden sowie der Meisterschule die Fächer CAD und technische Kalkulation. So kommen viele Fragen im Vorfeld der Prüfung zur Sprache, was zu einem reibungslosen Ablauf beiträgt. Aus der Bewertung hält sich Eckoldt übrigens heraus – wegen möglicher Befangenheit. JN
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