Preisträger im Porträt

In der Maiausgabe haben wir vier Preisträger des dds-Preises der Arthur Francke’schen Stiftung 2016 in den Kategorien »Nachwuchstalente« und »Unternehmertalente« vorgestellt. Nun folgen die Gewinner in den Kategorien »Inspirierte Gestalter« und »Feine Handwerker« sowie die Gewinnerin des Sonderpreises »Künstlerischer Ausdruck«.


Kategorie: Inspirierte Gestalter
Sie haben eigene Ideen und können sie souverän umsetzen. Die Präsentation ihrer Arbeiten ist für die Gestalter nicht Pflicht sondern Kür. Julia Schreckenbauer und Milan Dahmen sind würdige Vertreter dieser Spezies, die mit hervorragenden Einsendungen von Anfang an den dds-Preis als spannendes Forum erkannt hat.
40157388Milan Dahmen, 41751 Viersen: Virtuoser Plastiker
Der akademische Berufsweg über ein Ingenieurstudium war bereits ins Auge gefasst, als Milan Dahmen seine Liebe zum Handwerk entdeckte. In der Berufsfachschule für Schreiner in Berchtesgaden entfaltet er im Laufe seiner Ausbildung ein Feuerwerk an eigenständigen Ideen, die er mit einer handwerklichen Souveränität umsetzt, als wäre er schon immer ein Schreiner gewesen. Inzwischen arbeitet der 24-Jährige nach einem Intermezzo im Orgelbau bei einem Treppenbauunternehmen im Schwarzwald und bereitet sich auf ein Hilfsprojekt mit Kindern in Namibia vor. Die Jury möchte ihn mit einem Preisgeld von 1500 Euro in seiner weiteren beruflichen Entwicklung unterstützen.

 

40157396Julia Schreckenbauer, 83329 Waging am See: Vielseitige Produktgestalterin
Mit 22 Jahren steht Julia Schreckenbauer im dritten Ausbildungsjahr an der Berufsfachschule für Schreiner in Garmisch-Partenkirchen. Vielfältige eigenständige Arbeiten von kleinen Sportgeräten über Möbel bis zum Industriedesign lassen die Begabung erkennen, mit den Mitteln des Handwerks originelle und bodenständige Produkte zu gestalten. Nach der Gesellenprüfung möchte Julia in Melbourne als Schreinerin arbeiten und gleichzeitig Interior Design studieren. Die Jury sieht in ihr eine talentierte und zielstrebige Persönlichkeit, die ihre Wurzeln im Handwerk nicht vergessen wird. Das Preisgeld von 1500 Euro soll eine Starthilfe für die weitere Entwicklung sein.


Kategorie: Feine Handwerker
Ihre Genauigkeit versetzt selbst alte Hasen in Erstaunen und die handwerklichen Herausforderungen, die sie sich suchen, charakterisieren ihr Ausnahmetalent: In dieser Kategorie hatte die Jury die Qual der Wahl unter mehreren hervorragenden Einsendungen. Richard Schauer und Andreas Schmid machten das Rennen.
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Richard Schauer, 83101 Rohrdorf: Weltmeister im Möbelbau
»Was Du ererbt von deinen Vätern – erwirb es, um es zu besitzen.« Im Sinne dieses Goethewortes ergreift Richard Schauer mit 17 Jahren in vierter Generation den Beruf seiner Vorfahren und erbringt von Anfang an Höchstleistungen: Mit seinem Gesellenstück gewinnt er bei der Guten Form auf Innungsebene und holt bei den WorldSkills in London den Weltmeistertitel. Inzwischen ist Richard Schauer 26 Jahre alt, hat vor zwei Jahren mit hervorragendem Ergebnis die Meisterschule in München abgeschlossen und arbeitet seitdem verantwortlich im elterlichen Betrieb. Im Laufe seiner Schreinerkarriere hat er drei weitere Betriebe kennengelernt. Die Jury möchte mit einem Preisgeld von 1500 Euro diese Ausnahmebiografie im Schreinerhandwerk würdigen.

40157382Andreas Schmid, 85232 Lauterbach: Schreiner mit Leib und Seele
Mit 24 Jahren kann Andreas Schmid eine Berufsbiografie wie aus dem Bilderbuch vorweisen: Auf Schulzeit und Schreinerausbildung folgten drei Gesellenjahre im Lehrbetrieb, dann die renommierte Meisterschule für Schreiner in München und aktuell die Fachakademie für Raum und Objektdesign Garmisch-Partenkirchen. Herausragende handwerkliche Fähigkeiten sowie sein offenes Wesen haben ihm an der Meisterschule das Angebot eingebracht, als Aushilfslehrer zu arbeiten. Mit einem Preisgeld von 1500 Euro möchte die Jury einen Vollblutschreiner fördern, der seine Zukunft als Meister und Gestalter im handwerklichen Betrieb sieht.

 


Kategorie: Künstlerischer Ausdruck
Bei einigen Einreichungen stand eine künstlerische Entwicklung im Vordergrund. Die Jury hat sich dazu entschlossen, aus dieser Gruppe, auf die der dds-Preis nicht explizit zugeschnitten ist, die besondere Arbeit von Beke Bücking mit einem undotierten Sonderpreis hervorzuheben.
40157403Beke Bücking, 82467 Garmisch-Partenkirchen: Vom Handwerk zur Kunst
Nach ihrer Schulzeit an der Freien Waldorfschule Hannover hat Beke Bücking an den Schulen für Holz und Gestaltung Garmisch-Partenkirchen ihre Ausbildung zur Holzbildhauerin begonnen, die sie im Sommer 2016 abschließen wird. Mit gerade einmal 22 Jahren zeigt sie beeindruckende Arbeiten im Bereich der Skulptur und befasst sich darüber hinaus intensiv mit der handwerklichen Gestaltung von Schriften und Layouts. Die Jury sieht in ihr eine begabte junge Handwerkerin mit künstlerischem Ausdruck und spricht dafür eine Anerkennung aus.


Hintergrund

Der mit 10 000 Euro dotierte, jährlich ausgeschriebene dds-Preis der Arthur Francke’schen Stiftung fördert junge Talente im Tischler- und Schreinerhandwerk.
Der Preis 2016 wird unterstützt von den Unternehmen Festool, Häfele und Ostermann.