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Gestaltete Gesellenstücke 2020: Ausstellung mit Mehrwert

Wettbewerb Gestaltete Gesellenstücke Baden-Württemberg 2020
Ausstellung mit Mehrwert

Der Fachverband Schreinerhandwerk Baden-Württemberg hat die »Gestalteten Gesellenstücke« wie gewohnt im Landesgewerbeamt juriert, allerdings war die Ausstellung nicht öffentlich. Online steht dafür ein aufwendig gestalteter virtueller Rundgang zur Verfügung.

Gewohntes zu verändern fällt bekanntermaßen schwer. Eine unerwartete Schulung in dieser Hinsicht hat uns das Corona-Jahr 2020 aufgenötigt. Und siehe da, so schwer war es dann gar nicht, manches anders zu machen: Zu unserem über viele Jahre etablierten Wettbewerb Die Gute Form gab es virtuelle Jurys und sogar virtuelle Ausstellungen, die erstaunlich gut funktionieren. Dafür haben sich Kollegen an Schulen und in Fachverbänden mächtig ins Zeug gelegt und auch Budget locker gemacht, um so etwas technisch adäquat umzusetzen. Trotzdem fehlen uns die echten Begegnungen von Mensch zu Mensch und natürlich auch von neugierigen Händen an den Schubladen, Türen, Klappen und Oberflächen der Gesellenstücke, auch wenn sie bei so einer Ausstellung dort gar nicht hingehören, wie wir ja alle wissen.

Die Gute Form oder Gestaltete Gesellenstücke, wie der Wettbewerb in Baden-Württemberg noch immer heißt, fand auf Landesebene sozusagen »halbvirtuell« statt: Die Gesellenstücke waren physisch ausgestellt, nur konnte die Ausstellung Corona-bedingt leider nicht öffentlich besucht werden. Es wurden zwei erste Preise und ein dritter Preis vergeben, vier Gesellenstücke wurden mit dem Detailpreis ausgezeichnet.

Schreiner Baden-Württemberg hat die Ausstellung im Stuttgarter Landesgewerbeamt dazu genutzt, um sie aus mehreren Raumperspektiven zu fotografieren und daraus einen virtuellen Rundgang erstellt. Eine Steilvorlage war hier der loftartig zurückgenommene Raum, der einen neutralen Fotohintergrund bietet. Zu allen Gesellenstücken wurden Beschreibungen und bei manchen auch Videostatements der Erbauer hinterlegt. Wenn ein Stück prämiert wurde, ist auch die Begründung der Jury abrufbar. Reinzuklicken lohnt sich – Link siehe Infokasten!

Diese Dichte an Information kann eine normale Ausstellung kaum transportieren. Man könnte daher darüber nachdenken, ob wir künftig eine Mischform aus digitaler Information und physischer Ausstellung anstreben sollten, welche die Erfahrungen aus dem Lockdown positiv einbringt. Im Grunde ist das alles nichts Neues – wir kennen aus vielen Museen schon lange die digitalen »Guides«, die mit Knopf im Ohr zu jedem Exponat eine aufbereitete Auswahl dosierter Information bereitstellen. Ein Unterschied ist, dass in öffentlichen Museen für solche Aktivitäten die nötige Manpower und auch Budgets eingeplant sind, wovon Fachverbände für ihre temporären Ausstellungen von Gesellenstücken nur träumen können. Dennoch ist es hier und da geglückt und offenbart ein Potenzial, das bisher nicht aussgeschöpft worden ist. So stellt sich tatsächlich die Frage, ob es sinnvoll wäre, künftig auch ohne zwingenden Grund Ausstellungen analog und virtuell umzusetzen – für mehr Informationen zu den Stücken und eine maximale Reichweite.


dds-Redakteur Johannes Niestrath war 2020 Mitglied der Jury im Landeswettbewerb Gute Form Baden-Württemberg. Die nicht öffentliche Ausstellung im Landesgewerbeamt Stuttgart ist nun virtuell besuchbar.


Steckbrief

Der virtuelle Rundgang durch die Ausstellung zum Landeswettbewerb Gute Form Baden-Württemberg 2020 mit Fotos, Jurytexten und Stückbeschreibungen aller Gesellenstücke kann den Besuch der Ausstellung nicht ersetzen, bietet aber alle wichtigen Infos auf einen Klick:

https://tour.7visuals.com/de/vt/schreinerbw


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