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Über die Idee zum Produkt

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Über die Idee zum Produkt

Konzepte, Materialien, Systeme, Licht: Was tut sich in den wichtigsten Bereichen des Ladenbaus? Veit Gilles war für dds auf der EuroShop in Düsseldorf und fasst die wichtigsten Eindrücke zusammen.

Die Anforderungen an Ladeneinrichtungen und Store-Design haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Gefragt sind Einrichtungslösungen, die im Sinne eines Markenauftritts den individuellen, unternehmensspezifischen Charakter eines Geschäftes betonen. Das Store-Design wird emotionaler. Im Trend sind Konzepte mit einer dichten Atmosphäre, einer erlebbaren Markenstory.

Im Fokus der Präsentation steht nicht mehr alleine das Produkt, sondern die Idee und Aussage der Marke. Inszenierungen werden dramatischer. Komponierte Erlebniswelten erzeugen einerseits Spannung, vermitteln aber andererseits auch Wohncharakter. Mittel zum Zweck sind dabei Lichteffekte, Fotos/Grafiken, hochwertige sowie natürliche Materialien und edle Accessoires. In diesem Zusammenhang spielen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine immer wichtigere Rolle. Im Rahmen von Entwurf, Konzeption und Planung sind all diese Aspekte zu berücksichtigen.
Um dieser komplexen Aufgabenstellung gerecht zu werden, sucht der Handel zunehmend die Unterstützung von spezialisierten Architekten und Agenturen. Dieser Entwicklung hat auch die EuroShop zum zweiten Mal nach 2005 Rechnung getragen. Mit dem EuroShop Designer Village wurde über 20 hochkarätigen, internationalen Architekturbüros eine gemeinsame Plattform geboten. Aber auch bei den klassischen Ladenbauern gibt es nur noch selten fertige Lösungen, geschweige denn Lösungen von der Stange, zu sehen. Ideen, Individualität, Kreativität und Konzepte stehen im Mittelpunkt.
Materialien: breites Spektrum
Waren es früher nur einige, wenige Materialien, die das Aussehen der Läden geprägt haben, so steht dem Planer und Anwender heute eine fast unübersehbare Vielfalt unterschiedlichster Werkstoffe zur Verfügung. Immer innovativere Herstellungsverfahren und der mögliche, kurzfristige Zugriff auf Neuheiten aus aller Welt machen dies möglich. Die Materialbibliothek Material ConneXion recherchiert weltweit nach neuen und zukunftsweisenden Materialien und bildet die Schnittstelle zwischen Herstellern und Anwendern. Auch in Düsseldorf präsentierte das Unternehmen eine Sonderschau zum Thema Material. Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung neuer, zukunftsweisender Materialien auch im Ladenbau.
Holz, Acryl, Stein, Glas, Metall, Kunststoffe, Leder etc. kommen in den verschiedensten Formen und Varianten zum Einsatz. Dabei ist derzeit kein eindeutiger Trend zu erkennen. Die Auswahl richtet sich nach dem Konzept, welches sich wiederum stark an der Zielgruppe orientiert. Im Segment »Junge Mode« darf es dann schon mal gebürstetes Holz kombiniert mit einer Optik in Stahl roh sein. Hingegen kommen bei Luxusmarken Hochglanzoberflächen, Chrom, Leder, Tapeten und hochwertige Stoffe zum Einsatz.
Systeme: eher im Hintergrund
Natürlich spielt die grundsätzliche Auswahl der Ladenbausysteme noch eine entscheidende Rolle. Im Gegensatz zu den Materialien und Werkstoffen hat die Bedeutung der Systeme jedoch abgenommen. Aktuelle Lösungen nehmen sich gegenüber der Ware und den Materialien möglichst weit zurück und stehen nicht im Vordergrund. Flexibilität und Funktionalität sind maßgebend.
Vertikale, horizontale und punktuelle Systeme gibt es in den verschiedensten Varianten und Ausführungen. Nachdem die senkrechten Schienen jahrelang von den horizontalen Warenträgern verdrängt wurden, ist nun doch wieder ein Trend zur altbekannten Schlitzschiene zu erkennen, wenn auch in wesentlich eleganteren Varianten (Einbau- oder Aufbauversion).
Daneben gibt es Ansätze, die Vorteile der horizontalen und vertikalen Warenpräsentation in einem System zu kombinieren (z.B. »Grid40« von Visplay, Bild 7) oder gar frei von jeder Richtung zu sein (Ribbon von der Alu, Bild 6). Bei den Oberflächen spielt Hochglanzchrom mittlerweile wieder eine größere Rolle. Allerdings sind auch Edelstahl und matte Verchromungen nach wie vor stark vertreten. Die Vorteile von Alu nutzte Umdasch bei der Entwicklung des Systems »Arena Alu«, bei dem alle Komponenten der Bestückung aus nur drei verschiedenen Profiltypen konfektioniert werden. Eine interessante Integration von klappbaren Warenträgern innerhalb von Wandverkleidungen hat die Firma Alu mit »Qyster« geschaffen.
Licht: Effekte dank Hightech
Lichteffekte sind auch im Ladenbau nicht mehr wegzudenken. Dank der technischen Weiterentwicklung von Lichtfasern und LED-Leuchten ergeben sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Kompakte Bauformen, keine Wärmeabstrahlung, steuerbare Farben und bezahlbare Investitionen machen den Einbau von LED-Leuchten in Fachböden oder als Hinterleuchtung von Warenwänden zunehmend interessanter.
Ganz besondere Reize lassen sich auch mit den faseroptischen Beleuchtungslösungen der Schott AG vermitteln. Beispielsweise für die durchdringende Beleuchtung des Werkstoff Beton. Mit der multifunktionalen Stromschiene »Adlight« von Ansorg lassen sich verschiedenste Anforderungen mit nur einem Profil lösen. Veit Gilles
»Im Ladenbau sind derzeit Konzepte gefragt, die Spannung erzeugen und Emotionen hervorrufen.«
Veit Gilles

Die Fakten EuroShop 2008: »Alle Erwartungen übertroffen«
Die EuroShop (23.2–27.2.08) glänzte mit hervorragenden Aussteller- und Besucherzahlen
Mehr als 100000 Fachbesucher kamen im Februar zur weltgrößten Messe des Handels und seiner Partner nach Düsseldorf – jeder Zweite hatte konkrete Kaufabsichten. Dies stellt die Messe Düsseldorf in ihrem Abschlussbericht fest. »Die hohen Erwartungen an die EuroShop 2008 wurden während der fünf Messetage übertroffen. Vom ersten Messetag an herrschte eine hervorragende Stimmung mit vielen neuen Kundenkontakten und einer unerwarteten Anzahl von Vertragsabschlüssen«, so die Veranstalter in ihrem Schlussbericht.
Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, freute sich über die hervorragende Resonanz: »Die Zahl der Aussteller nahm mit 252 Neuaustellern um rund 15 Prozent von 1659 auf 1911 zu!«
Die belegte Nettofläche erhöhte sich um 13 Prozent von 94825 Quadratmeter in 2005 auf 107100 Quadratmeter. Und es kamen 104000 Fachbesucher aus über 90 Ländern, das sind 13000 bzw. 14 Prozent mehr als vor drei Jahren. Der Auslandsanteil bei den Ausstellern betrug rund 54 Prozent, bei den Besuchern 58 Prozent. HJG

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