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Sicherheit als Geschäftsfeld

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Sicherheit als Geschäftsfeld

Einbrecher mit einer Taschenlampe sieht durch ein Fenster
Die sicherheitstechnische Nachrüstung von Fenstern ist ein unterschätztes Geschäftsfeld für Tischler und Schreiner, davon ist Werner Schommer von der Siegenia-Aubi Sicherheits- Service GmbH überzeugt. Für dds erläutert er, warum.

Der einfachste Weg in ein Gebäude führt für Einbrecher über unzureichend gesicherte Fenster und Türen: Vier von fünf Einbruchsdelikten in Einfamilienhäusern werden auf diesem Wege verübt, bei Mehrfamilienhäusern sind es rund die Hälfte. Die Öffnungstechniken sind in der Regel wenig ausgefeilt. Meist werden die Fenster mit Hilfe von stabilen Schraubenziehern aufgehebelt. Das geht schnell, einfach und fast geräuschlos. Die Investition in einbruchhemmende Maßnahmen an Fenstern und Türen lohnt also in jedem Fall – und stellt für Schreiner und qualifizierte Handwerksbetriebe ein lohnendes Geschäftsfeld dar.

Von der Polizei an erster Stelle empfohlen werden mechanische Sicherungen durch einbruchhemmende Beschläge, und das aus gutem Grund. Fast 45 Prozent der im Versuchsstadium abgebrochenen Einbrüche scheiterten an vorhandenen Sicherheitseinrichtungen. Insbesondere Pilzkopfzapfenverriegelungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass zahlreiche Einbrüche verhindert werden konnten.
Erst Schaden macht klug
In vielen Fällen waren die entsprechenden Fenster und Fenstertüren erst im Zuge einer Nachrüstaktion einbruchsicher ausgestattet worden. Denn bei den meisten Eigenheimbesitzern weckt erst ein versuchter oder erfolgter Einbruch – sowohl im eigenen Heim als auch bei Bekannten – das Bedürfnis nach mehr Sicherheit. Dann jedoch wird das Ziel mit hohem Nachdruck verfolgt. Diese hohe Bereitschaft macht die Nachrüstung für Handwerksbetriebe zu einem interessanten und vergleichsweise einfachen Zusatzgeschäft. Von der Polizei erhalten die Betroffenen außerdem eine Errichterliste mit qualifizierten Fachfirmen. Die für einen Eintrag auf der Errichterliste zu erfüllenden Voraussetzungen können je nach Bundesland variieren und beim zuständigen Landeskriminalamt erfragt werden. Zu den bundeseinheitlichen Kriterien zählen ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, ein Eintrag in eine Handwerksrolle sowie die erfolgreiche Teilnahme an einer anerkannten Grundschulung. Für die Nachrüstung innen liegender Lösungen muss zusätzlich eine erfolgreich abgeschlossene Aufbauschulung nachgewiesen werden.
Auftragsbringer Errichterliste
Auch zu den Nachrüstprodukten selbst gibt es klare Vorgaben. Neben einbruchhemmenden Schlössern und Mehrfachverriegelungen für Türen müssen die ausführenden Fachbetriebe u. a. Sicherheitsprofilzylinder, Schutzbeschläge, einbruchhemmende Schließbleche und Nachrüstsicherungen für Fenster und Türen im Programm haben. Ergänzend können Errichterfirmen auch die Installation elektronischer Überwachungssysteme anbieten. In Abhängigkeit vom jeweiligen Präventionsbedarf lassen sichdiese sinnvoll mit mechanischen Sicherungen kombinieren.
Der Eintrag als qualifizierte Errichterfirma bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Potenzielle Neukunden haben ein hohes Kaufinteresse und kommen deshalb aus eigenem Antrieb auf die Errichterfirma zu. Der Preis steht in diesem Moment nicht im Vordergrund, das verschafft dem Nachrüstgeschäft attraktive Gewinnspannen.
Dabei lohnt es, sich auch für die innen liegende Beschlagnachrüstung zu qualifizieren. Nur beim Einbau innen liegender Lösungen bleibt das Fenster optisch unverändert und wird weiterhin ausschließlich über den Griff bedient. Hinzu kommt, dass über den Einbau der Einbruchhemmung die gesamte Beschlagtechnik verbessert und auf den neusten Stand gebracht wird. Eigenheimbesitzer erhalten so eine Garantie auf die komplette Beschlagtechnik.
Unabhängig davon, ob außen oder innen liegende Lösungen verwendet werden: Der Einsatz geprüfter Sicherheitsprodukte ist ein klares Muss. Aufschluss über die Zertifizierung eines Nachrüstprodukts gemäß VdS-, DIN- oder IFT-Richtlinien gibt das Herstellerverzeichnis der Polizei. Für den Einbau und die Voraussetzungen am Bauelement existieren ebenfalls bindende Vorgaben. Zu finden sind diese in der jeweiligen Montageanweisung, die jedem zertifizierten Produkt gemäß DIN 18104 beigelegt sein muss. Werner Schommer,
Siegenia-Aubi Sicherheits- Service GmbH

Service Kontakt zum Autor
Werner Schommer ist Vertriebsleiter der Siegenia-Aubi Sicherheits-Service GmbH. Das Unternehmen bietet ein einfaches Nachrüstkonzept für einbruchhemmende Fenster und Türen (siehe Kasten S. 63) einschließlich der entsprechenden Schulung und Beratung.
Siegenia-Aubi Sicherheits-Service GmbH 66709 Weiskirchen Tel.: (06876) 990020 www. siegenia-aubi.com
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