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Rustikales aus der Pistole

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Rustikales aus der Pistole

Wenn es neu und nur auf alt gemacht ist, können wir uns rostiges Alteisen im Innenausbau gut vorstellen. Nachdem Sigrid Hohaus von Hesse-Lignal in dds Nr. 8/2010 eine Lochfras-Effektlackierung vorgestellt hat, zeigt sie jetzt den Rosteffekt.

Verrostete Stellen am Auto mag niemand, aber rostige Flächen – neu, auf alt gemacht – können wir uns im modernen Innenausbau gut vorstellen. Hesse macht dies wieder mit einem besonderen PUR-Lack möglich. Damit können MDF oder Holzflächen optisch in rostiges Alt-Eisen verwandelt werden. Auf diesem Wege lassen sich Formen gestalten, die mit massivem Metall so nicht, oder nur mit sehr hohem Aufwand möglich wären.

Die Grundstoffe für das Eisen-Dekor bestehen aus dem Basislack mit passendem Härter und dem Metall-Pulver. Durch den hohen Anteil des Metall-Pulvers (80 Prozent) besteht die Fläche nahezu aus reinem Metall.
Zur Erzielung des Effektes wendet man neben dem Spritzverfahren verschiedene Applikationsvarianten an – die Tupftechnik mit einem Pinsel oder einem Schleifvlies. Eine interessante Optik lässt sich auch mit der Spachteltechnik erzielen.
Ein Verarbeitungsbeispiel stellen wir Ihnen heute vor: Aufgrund der unterschiedlichen spezifischen Gewichte sind die Mischungsverhältnisse gravimetrisch festgelegt. In diesem Fall haben wir den Basislack (16,0 g) mit dem passenden Härter (4,0 g) gemischt (Bild 1). Anschließend wurden 80,0 g des Eisenpulvers zugegeben. Die Basismischung muss mit dem Metallpulver intensiv verrührt werden, damit der Lack ganz glatt ist (Bild 2). Diese Mischung ist etwa zwei Stunden lang verarbeitbar.
Als Trägermaterial haben wir eine folierte und gefüllerte Spanplatte gewählt. Für die Spritzapplikation kamen noch 7,0 g Verdünnung hinzu (Bild 3). Die Lack-Schicht sollte durch mehrmaliges, nicht zu nasses Aufspritzen, möglichst im Kreuzgang aufgebaut werden, um genügend Schichtstärke für das anschließende Schleifen und Polieren zu erhalten. Die Auftragsmenge liegt bei 800 bis 900 g/m². Nach Trocknung von 30 bis 60 Minuten bei Raumtrocknung und einer Umgebungstemperatur 20 °C kann der Tischler und Schreiner die reliefartige Oberflächenstruktur beispielsweise mittels Pinsel-Tupftechnik aufbringen (Bild 4). Dafür ist nur eine Verdünnung von 1 bis 3 Prozent notwendig.
Der Lack sollte vor dem Schliff 24 Stunden trocknen. Zunächst erfolgt der Planschliff, möglichst mit integrierter Absaugung, abgestuft 280er bis 1000er Korn (Bild 5). Schleifstaub mit trockenem Tuch entfernen. Damit die Eisen-Optik auch schön rostig wird, folgt – im Vergleich zu den anderen PU-Decorative-Effekten – ein weiterer Arbeitsschritt:
Die Oberfläche wird mit einer Mischung aus 5-prozentiger Salzlösung in Wasser und 0,4 Prozent Spülmittel benetzt (Bild 6). Die gewünschte Oxidation ist bereits nach 60 Minuten sichtbar. Nach einer Einwirkzeit über Nacht sehen die Flächen perfekt aus. Die Salzreste sollten noch mit einem trockenen Tuch entfernt werden (Bild 7).
Wenn gewünscht, kann dieser Effekt noch per Spritzapplikation mit einem PUR-Zaponlack fixiert werden, denn ohne Fixierung schreitet die Oxidation weiter fort (Bild 8). Zudem erhöhen sich dadurch die Beständigkeiten, sodass die Flächen problemlos die DIN 68861–1B erfüllen.
Sigrid Hohaus

Service
Autorin: Sigrid Hohaus ist Produktmanagerin bei Hesse. Entwickler von PU-Decorative-Metal ist Mike Buhl, Bereichsleiter PUR.
Hersteller: Hesse GmbH & Co. 59075 Hamm, Tel.: (02381) 963-00, Fax: -849, www.hesse-lignal.de
Schulung: Eintägige Seminare zum Thema »PU-Decorative-Metal« finden in Stammwerk in Hamm statt. Termine unter www.hesse-lignal.de
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