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Markstahler + Barth in Karlsruhe

Zu Besuch bei Markstahler + Barth
Nimm zwei!

Früher hat die Säge den Betrieb ausgebremst, dann kam das neue Lager und damit ein neuer anderer Engpass. Was tun, wenn auf einmal die CNCs nicht hinterherkommen? Markstahler + Barth in Karlsruhe hat seine Lösung gefunden.

Zwei Schrankseiten auf einmal nimmt Johannes Rasch in der Schreinerei Markstahler + Barth in Karlsruhe und legt sie auf den Zuführtisch seiner vor zwei Jahren in Betrieb genommenen CNC, die »Drillteq H-600« von Homag. Die Schrankinnenseiten liegen im Plattenpaket außen, sodass die Maschine alle Bearbeitungen in einem Durchlauf erledigen kann. Der Schreiner schiebt das Paket nach hinten gegen die Anschläge und spannt es per Fußpedal pneumatisch fest.

Die zugehörigen CNC-Programme wählt er zurzeit noch manuell über den Touchscreen aus. Ein Handschuh mit einem streichholzschachtelgroßen Etikettenscanner auf dem Handrücken soll diesen Arbeitsschritt bald erleichtern und beschleunigen. Links ist die Maschine noch mit der Bearbeitung des vorigen Werkstückpaars beschäftigt. Johannes Rasch leert den Entnahmetisch, bereitet das Teilepaar für den nächsten Takt vor und begibt sich damit zum inzwischen wieder leeren Zuführtisch.

Ein schnelles und fleißiges Arbeitstier

Hinter der Maschine fährt nämlich ein Greiferzangenpaar hin und her, das die auf dem Zufuhrtisch eingespannten Werkstückpaare abholt, diese den Bearbeitungsaggregaten zuführt und danach die fertigen Teile auf das Entnahmeband auf der linken Seite legt. Die Maschine ist so ausgelegt, dass sie die untere und obere Fläche mit diversen Bohraggregaten, der Frässpindel sowie einer drehbaren Nutsäge bearbeiten kann. Jeweils 48 Bohrspindeln oben und unten reduzieren die Zahl der Bohrhübe und sorgen damit für sehr kurze Durchlaufzeiten.

Eine separate Dübelstation

Horizontale Bohraggregate sind auf der Drillteq H-600 zwar auch vorhanden, kommen aber recht selten zum Einsatz, weil Korpusböden und stirnseitig zu bearbeitende Werkstücke in der Regel über die ebenfalls vor zwei Jahren in Betrieb genommene CNC-Dübelbohr- und -eintreibmaschine »Drillteq D-510« von Homag laufen. Das geht viel schneller als auf dem Bearbeitungszentrum.

Das »Intelliguide«-System hilft dem Bediener mit einem über dem Maschinentisch angebrachten LED-Farblichtband, die Werkstücke richtig herumzudrehen und an den richtigen Anschlag anzulegen. Eine Sprühvorrichtung benetzt nach dem Einsatz die Leimdüse mit einem Ölfilm und sorgt dafür, dass sie stets einsatzbereit ist.

Ein flexibler Alleskönner

Mit diesen beiden CNCs ist es bei Markstahler + Barth jedoch nicht getan, weil auch viele für diese beiden auf Leistung ausgelegten Maschinen zu komplizierte Werkstücke zu fertigen sind. Dazu gehören zum Beispiel zu bekantende Freiformteile, Werkstücke mit Schräg- oder Schifterschnitten und Einfräsungen für den Clamex-P-Verbinder. Dafür hat die Schreinerei die 5-Achs-CNC »Centateq E-500« mit automatischem Traversentisch, Bekantungseinheit und drehbarer »MPU«-Vertikalbohreinheit angeschafft.

Laden und Innenausbauer

Die 1838 gegründete Schreinerei gehört zum Bauunternehmen Heberger in Schifferstadt, hat 112 Beschäftigte und ist auf den Laden- und Innenausbau spezialisiert. Die Konstruktion erfolgt mit CAD+T. In der Produktion bewältigt die Schreinerei größere Serien aber auch Teile in Losgröße1. Vor fünf Jahren löste eine Säge-Lager-Kombination einen wahren Leistungssprung aus.

Der Zuschnitt erfolgt seitdem nicht mehr im Zwei-, sondern im Einschichtbetrieb – und das bei gleichzeitig höherem Durchsatz. Es folgte der Kauf einer Kantenanleimmaschine mit Rückführung und zur Beseitigung des neuen Engpasses die Investitionen in die drei CNCs, statt der alten supergroßen Tandemtischmaschinen. Mit 1000 Möbelteilen pro Tag ist die Leistung des Gesamtbetriebs deutlich gestiegen, 600 davon laufen über die Drillteq H-600.

»Effizienter und vielseitiger«

Geschäftsführer Andreas Arnold sagt: »Eine Technikerarbeit brachte uns auf das Automatiklager. Der Erfolg war frappierend! Den damit neu entstandenen Engpass sind wir mit den drei neuen CNCs beherzt angegangen. Das rechnet sich. Wir arbeiten jetzt nicht nur effizienter und schlagkräftiger, wir können auch mehr, etwa wenn es um komplizierte 3D-Konstruktionen oder Freiformteile geht. Für uns sind das wichtige Marktvorteile .«


dds-Redakteur Georg Molinski besuchte die Schreinerei Markstahler + Barth und sprach mit Geschäftsführer Andreas Arnold. Er brennt dafür, das handwerkliche Können mit der im Ladenbau geforderten Schlagkraft in Einklang zu bringen.

Steckbrief

Anwender: Laden + Innenausbau Markstahler + Barth GmbH
Im kleinen Bruch 3
76149 Karlsruhe
www.mb-net.de

Maschinen: Homag Group AG
72296 Schopfloch
www.homag.com

CAD/CAM:
CAD+T Consulting GmbH,
www.cadt-solutions.com


»Beim Plattenlager haben wir Blut geleckt und legen jetzt richtig los!«

Andreas Arnold Geschäftsführer Markstahler + Barth


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