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Mit Leichtigkeit

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Mit Leichtigkeit

Leichtbauplatten erleichtern vieles. Statik, Transport und Montage erfordern deutlich weniger Aufwand als bei konventionellen Platten. Ein gelungenes Beispiel ist das Goslarer Museum. Innenarchitekt Oliver Hess gestaltet es zurzeit um. Dicke, großformatige und mit Fotopapier kaschierte Wabenplatten scheinen im Raum zu schweben.

Die Klassische Geologische Quadratmeile, eine Dauerausstellung des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar, findet ab März 2007 ein neues Zuhause. Im ersten Obergeschoss des renovierten und neu gestalteten Seitenflügels des Goslarer Museums werden nicht nur Einblicke in die Geologie und die Entstehung der Kontinente gewährt. Die Ausstellung zeigt eine Vielfalt an Mineralien aus dem Harz, wie sie schon Goethe beschrieben hat.

Gefordert war eine Ausstellungsarchitektur, die sich zurückhält und den Fokus auf die Exponate und die Präsentationsgrafiken richtet. Die geringe Deckenbelastbarkeit, Gewicht und Menge der Exponate sowie der Umfang der zu visualisierenden Informationen lenkten die Werkstoffauswahl in Richtung Leichtbauplatte.
An dem Projekt sind zahlreiche, hochspezialisierte Betriebe beteiligt. Mit den Innenausbauarbeiten ist die Tischlerei Möbelbau Kaether & Weise GmbH in Lamspringe beauftragt. Das Grafik-Design-Büro Fischhase in Hannover gestaltete die Aufdrucke der Präsentationstafeln. Die größte misst 8 x 1,5 m. Grafiken, Texte und Fotoillustrationen informieren über die Entstehung der Kontinente oder das geologische Farbsystem der Erdzeitalter. Als Trägermaterial für den Aufdruck dient Fotopapier von der Rolle. Die Rollen sind 1,3 m breit und mit der Lambda-Belichtungstechnik fast ohne Längenbegrenzung belichtbar. Fotografen schätzen das verwendete Foto-Rollenmaterial von Kodak, weil es neben einer hohen Detailtreue und einer sehr ausgeprägten Zeichnungstiefe auch eine erstaunlich präzise Farbverbindlichkeit und eine Lichtechtheit über Jahre hinweg garantiert. Die Lambda-Belichtungen führt das PG Lab Medienlabor in Hannover aus. Die Buntins GmbH in Hannover kaschiert die Fotorollen auf die Elemente, die der Leichtbauplattenhersteller IPM in Saerbeck auf Maß anfertigt. Als Unterlage zum Aufkaschieren des Fotopapiers dient ein seidenmatter Schichtstoff.
Die 45 mm dicken Wabenplatten müssen eine gleichbleibende Dicke aufweisen, damit sie sich mit dem Fotopapier kaschieren lassen. Das extrem niedrige Flächengewicht verhindert statische Probleme. Unauffällige Wandhalter sollen die Elemente in einem Abstand von 40 cm frei in der Luft schwebend tragen. Bei diesem Wandabstand lassen sich die Tafeln – wie es die Ausstellungsdramaturgie fordert – ohne Unterbrechungen für die Fenster anordnen. Zwischen Decke und Fußboden verspannte Stahlseile tragen die kleineren, querformatigen Präsentationselemente.
Bauherr und Architekt entschieden sich für den Leichtbauplattenhersteller IPM, weil der Zulieferer für Messe- und Ladenbauer auf die auftragsbezogene Fertigung von komplizierten Leichtbauelementen spezialisiert ist. IPM fertigt die Leichtbauelemente mit Massivholz- oder MDF-Einleimern, beschichtet sie mit Schichtstoff und führt alle CNC-Bearbeitungen für die Verbinder und Aufhängebeschläge aus. Die Aussteifungen für Verspannungen oder das Einlassen von Gewindebuchsen ist für IPM kein Problem.
Für das Foyer der Klassischen Geologischen Quadratmeile sind Präsentationstafeln als freistehende Stelen in der Mitte des Raumes vorgesehen. Diese Elemente versieht der Leichtbauplattenspezialist mit Leerrohren für die Stahlfüße. Weiterhin fräst IPM die Nuten für die Dichtungsprofile der Vitrinen-Hauben, die auch aus Wabenplattenelementen gefertigt werden sollen. Dient eine freistehende Leichtbauplatte gleichzeitig einseitig als Rückwand einer Vitrine, werden für die gesteckten Glasböden an den entsprechenden Positionen anstelle der Wabenmittelage MDF oder Holzleisten eingelegt. Wabenplattenelemente erlauben die passgenaue Integration von Montage- und Installationszubehör.
Die Erfahrungen mit dem Museumsprojekt zeigen, dass vom Zulieferer konfektionierte Leichtbauplatten ein sehr attraktives Innenausbauprodukt sind. CAD-Systeme erleichtern die Beschreibung der Elemente, sodass der Zulieferer unkompliziert kundenspezifische Elemente industriell erzeugen kann. Leichtbauelemente sehen aus, als bestünden sie aus konventionellem, massivem Material. Sie sind jedoch leichter und leichter handzuhaben. Oliver Hess

Projektpartner
Planung, Betreuung und Koordination: Formverbund-Büro für Designlösungen Oliver Hess, Dipl.-Ing. FH Innenarchitektur www.formverbund.de Entwurf und Erstellung der Druckdaten: Fischhase GmbH & Co. KG www.formverbund.de Tischlerarbeiten: Möbelbau Kaether & Weise GmbH www.formverbund.de
Lambda-Belichtungen: PG Lab Medialabor
Leichtbauplatten: IPM Leichtbau GmbH www.ipm-leichtbau.de
Kaschierung:
Buntins GmbH & Co. KG wwww.buntins.de
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