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Lasern statt Kleben

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Lasern statt Kleben

Laserlicht zum Aufschweißen von Kantenbändern auf Plattenkanten – gleich zwei der führenden Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen stellten auf der diesjährigen Ligna so eine Lösung vor.

Herkömmliche Kantenbeschichtungen weisen zwei entscheidende Nachteile auf. Zum einen ist die Klebefuge sichtbar und lässt – oft erst nach Wochen und besonders an den Plattenecken – Feuchtigkeit eindringen, zum anderen ist die Nachbearbeitung der Kanten durch Kleber- und Spänereste an der Maschine und den Werkzeugen meist eine aufwendige und unschöne Sache. Dazu kommt, dass das Anfahren der Kantenbeschichtung nach einem Stillstand, beispielsweise übers Wochenende oder nach der Umstellung auf eine andere Plattendicke oder nach einem Dekorwechsel erheblich unproduktive Zeit kostet. Mit allen diesen negativen Kriterien räumt das Kantenaufschweißen oder -aufschmelzen mittels Laserlicht gründlich auf. So jedenfalls die Argumente der beiden Systemanbieter auf der Maschinenseite, Ima Klessmann in Lübbecke (www.ima.de) und Homag in Schopfloch (www.ima.de). Beide Maschinenhersteller arbeiten mit renommierten Firmen zusammen.

Ima greift beim Laseredging auf Kantensysteme von Rehau (www.rehau.de) zurück und beruft sich auf Patente von Bulthaup Küchen in Aich. Homag steht auf der Kantenseite mit Dölken (www.rehau.de) ein potenter Partner an der Seite. Wenn auch das »LaserTec«-Verfahren von Homag und das »Laseredging« von Ima auf den ersten Blick den gleichen Grundgedanken verfolgen, so sind die beiden Verfahren im Detail doch unterschiedlich. Ima setzt zum Beispiel einen Gaslaser, Homag einen wesentlich günstigeren Diodenlaser ein. Beide Lasertypen weisen neben den Kostenunterschieden in der Investition nicht zuletzt in den Folgekosten des Verfahrens Vor- und Nachteile auf. Welches dieser Verfahren letztendlich im Einzelfall das bessere, wirtschaftlichere oder perfektere ist, muss individuell geprüft werden.
Beide Verfahren arbeiten mit den üblichen Vorschubgeschwindigkeiten der bisherigen Kantenbearbeitungssysteme und sind im Grunde für alle Kantenmaterialien, ob beispielsweise Kunststoffkanten, beschichtete Papierkanten sowie Furnier- oder Massivholzkanten geeignet. Ausnahmen sind vorläufig wohl Metallkanten. Wichtig erscheint jedoch in beiden Fällen, dass die Polymerschicht auf der Rückseite des Kantenbandes, die vom Laserlicht erwärmt wird und die für das Haften des Kantenbandes auf der Plattenkante verantwortlich ist, beliebig eingefärbt und somit der Dekorfarbe der Platte angepasst werden kann. Damit und durch ihre minimale Dicke ist die Kantenfuge in der Praxis nahezu unsichtbar.
In jedem Fall, so offensichtlich der derzeitige Stand der Technik, müssen wohl beide Verfahren weiterentwickelt werden und ihre Vorteile in der breiten Praxis sowohl im industriellen als auch im handwerklichen Bereich unter Beweis stellen. In hohem Maße zukunftsträchtig ist meiner Meinung nach das Laserschweißen bei der Kantenbeschichtung allemal.
Klaus Buck
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