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Jeder Kopf zählt

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Jeder Kopf zählt

In der Schreinerei Georg Ackermann zählt jeder Kopf, und zwar sowohl bei der materiellen Vergütung als auch in Bezug auf die persönliche Entwicklung. Manfred Nierichlo stellt das Erfolgsrezept seines Beratungskunden vor.

Moderne Unternehmen fördern ihre Mitarbeiter immer stärker und ergreifen Maßnahmen, um sie an sich zu binden, sie zu fördern und zu motivieren. Erfolgversprechend sind jedoch nur Konzepte, die den Mitarbeitern über den Lohn hinaus Vorteile bieten. Neben der Motivation durch Weiterbildung, einem positiven Miteinander und interessanten Arbeitsinhalten wird auch die soziale Absicherung eine entscheidende Rolle spielen. Andrea Ackermann, verantwortlich für die strategische Personalarbeit in der Georg Ackermann GmbH, gliedert die soziale Absicherung ihrer Mitarbeiter als einen immer wichtigeren Baustein ein. Das Innenausbau- und Familienunternehmen in Wiesenbronn bei Würzburg ist schon seit Jahren auf einem erfolgreichen Weg der Mitarbeiterbindung, Förderung und Erfolgsorientierung. Seit 2002 ist die Mitarbeiterzahl von 35 auf 95 gestiegen. Geschäftsführer Frank Ackermann und seine Frau Andrea sehen die demografische Entwicklung in Deutschland als Herausforderung. Junge und motivierte Mitarbeiter seien knapp, es gelte sie zu gewinnen, zu halten und zu fördern.

Vorteile über den Lohn hinaus
Aus diesem Grund bietet die Schreinerei ihren Mitarbeitern zahlreiche Vorteile über den Lohn hinaus. Dazu gehören weiche Faktoren, wie eine offene und gelebte Unternehmenskultur, die die Mitarbeiter ständig über die wichtigen Dinge, wie Auftragslage, Wirtschaftlichkeit oder Investitionen auf dem Laufenden hält. Die Schreinerei gewährt ihren Mitarbeitern Freiräume, eigene Ideen zu entwickeln und organisiert interne und externe Weiterbildung auf allen Ebenen. Zu den Maßnahmen gehören weiterhin eine gezielte Besprechungsorganisation und organisierte Mitarbeitergespräche.
Die harten, monetären Faktoren, mit denen die Schreinerei ihren Mitarbeitern mehr als eine gewöhnliche Entlohnung bietet, gliedern sich in die drei Bausteine
  • Wohlfühlen und Binden. Dazu gehören beispielsweise zusätzliche Sozialleistungen wie ein Entgeltumwandelungsmodell in eine Pensionskasse (Thema dieses Beitrages)
  • Lust auf Leistung wecken. Ackermann gewährt einen Aufschlag auf den Stundenlohn, der sich an der persönlichen Leistung orientiert. Bemessungsbasis ist ein systematisch aufgebautes Punkte- bzw. Bewertungsmodell. (vgl. Manfred Nierichlo: »Die Lust auf Leistung wecken« in dds Nr. 7, 2007, Seite 62/63)
  • Leistungs- und Kennzahlenprämien. Für vorher vereinbarte Leistungsziele gewährt der Innenausbaubetrieb Sonderausschüttungen
Zusätzliche Sozialleistungen
Das Entgeltumwandlungsmodell räumt dem Mitarbeiter die Möglichkeit ein, monatlich einen frei wählbaren Betrag bis zur gesetzlich festgelegten Summe von 210 Euro ohne Abzug von Steuern und Sozialabgaben in eine Pensionskasse einzuzahlen. Der Betrieb hat hier mit einer Versicherungsgesellschaft einen konkreten Rahmenvertrag mit attraktiven Konditionen ausgehandelt.
Der Mitarbeiter profitiert davon, dass er das in die Pensionskasse fließende Geld zunächst nicht versteuern muss, und dafür auch keine Sozialabgaben entrichten muss. Auch der Arbeitgeber profitiert von diesem Modell, denn für ihn entfällt der Arbeitgeberanteil auf die eingesparten Sozialabgaben. Die Firma Ackermann nutzt diese Ersparnis nicht für sich selbst, sondern zahlt diese freiwillig mit jährlich steigenden Beiträgen in die Pensionskasse seines Arbeitnehmers ein. Wenn es der Mitarbeiter wünscht, lassen sich die vermögenswirksamen Leistungen auch in diesen Topf lenken. Die Schreinerei hat bei der Entwicklung seines Pensionskassenmodells einen Steuerberater hinzugezogen, um die gesetzlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können.
Raum für individuelle Wünsche
Andrea und Frank Ackermann nahmen mit ihrem Berater die Belange eines jeden Mitarbeiters einzeln ins Visier. Je nach Steuerklasse, Familienstand, Kindern, Alter oder anderen Umständen galt es attraktive Lösungen für eine Pensionskasse oder eine Kapitalbildung anzubieten. Die schließlich gewählte Pensionskasse lässt genügend Spielraum für die Belange aller Mitarbeiter. Die Schreinerei prüft für jeden Mitarbeiter jährlich die Verträge und kann je nach geschäftlicher Lage freiwillig einen Einmal-Betrag einzahlen. Mit einem organisierten Verfahren werden alle Mitarbeiter jährlich über den Stand ihres Sparvertrages informiert und ggf. sinnvolle Änderungen oder Ergänzungen eingepflegt.
Neben den steuerrechtlichen Aspekten waren auch zahlreiche arbeitsrechtliche Fragen zu klären. Ihre Tragweite ist nicht zu unterschätzen, denn der Arbeitgeber sichert seinen Mitarbeitern eine Altersversorgung oder Kapital zu. Solche Dinge müssen immer arbeitsvertraglich klar und in der Umsetzung unmissverständlich geregelt sein. Die Schreinerei Ackermann liegt in Bayern. Der Schreinertarif löst hier die vermögenswirksamen Leistungen zugunsten einer arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung ab. Die Schreinerei Ackermann hat sich bewusst gegen diese Umverteilung und für einen variablen Weg der Mischfinanzierung entschieden, bei der die Arbeitgeberleistungen und die vertraute Zuwendung der vermögenswirksamen Leistungen erhalten bleiben. Zahlreiche solcher Fragen waren bei der Umsetzung des Pensionsmodells zu berücksichtigen.
In Leitlinie festgeschrieben
Andrea Ackermann zieht ein Resümee: »Mit unserem Pensions- und Kapitalbildungsmodell haben wir die individuelle Lebenssituation und die Lebensziele unserer Mitarbeiter berücksichtigt und bieten entsprechende betriebliche Vorsorgemaßnahmen. Sie kommen einer dauerhaften Lohnerhöhung gleich. Wir haben uns in unseren Unternehmensleitlinien dazu verpflichtet, uns für unsere Mitarbeiter einzusetzen und höhere Sozialleistungen zu zahlen als vergleichbare Betriebe.« Manfred Nierichlo

Service Kontakt zum Autor
Manfred Nierichlo arbeitet als Unternehmensberater und ist Vorsitzender des Innovationsbundes der Holzindustrie. Für Fragen zur Einführung von leistungs- und erfolgsorientierten Vergütungssystemen steht er zur Verfügung: Tel.: (0931) 20765-46, Fax: 45, www.ibh-ev.de,
www. unternehmen-menschen.de
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