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Bild dds 12 2018, Seite 12, »Was Formatkreissägen leisten«
Foto: Georg Molinski, dds
Leserbrief

Kann denn Sägen Sünde sein?

Das geht doch wirklich nicht: In einer Fachzeitschrift ein Foto zeigen, auf dem zu sehen ist, wie gegen sechs grundlegende Gebote an der Formatkreissäge verstoßen wird.

Ich hab’s glatt übersehen. Doch einer Ihrer aufmerksamen Leser, mein früherer Chef und ehemaliger Leiter der Meisterschule Ebern, Dieter Stojan, hat mich dann doch darauf aufmerksam gemacht: Da ist ein sündiges Bild auf der Seite 12 in der Dezemberausgabe des dds. Das geht doch wirklich nicht: In einer Fachzeitschrift ein Foto zeigen, auf dem zu sehen ist, wie gegen sechs grundlegende Gebote an der Formatkreissäge verstoßen wird.

1. Gebot: Du sollst keine Reste rechts des Sägeblattes liegen lassen oder du musst einen Abweiskeil benutzen.

2. Gebot: Du darfst keinen Abstand zwischen Spaltkeil und Sägeblatt lassen, der größer ist als 8 mm und du musst immer den zum Sägeblatt passenden Spaltkeil wählen.

3. Gebot: Du musst die Schutzhaube immer so weit wie möglich absenken.

4. Gebot: Du darfst deine Hände nicht im unsittlichen Bereich von 120 mm rechts und links des Sägeblattes haben und die Finger sind stets geschlossen zu halten. So kannst du im Schreinerhimmel zum Pianisten umschulen.

5. Gebot: Du sollst bei der Arbeit nicht Ring, nicht Uhr, nicht sonstigen Schmuck tragen.

6. Gebot: Du sollst an der Kreissäge Kleidung tragen. Jedoch mit eng anliegenden Bündchen oder nach innen umgeschlagenen Ärmeln.

Sägen kann also tatsächlich Sünde sein.

Nix für ungut, Ihr Willi Brokbals,
Fachlehrer an der Meisterschule Ebern