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Etwas Stallgeruch bleibt haften

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Etwas Stallgeruch bleibt haften

Wo einst die Pferde Eberhard Ludwigs von Württemberg lebten, gibt es heute Boutiquen, Drogerie-, Elektronik- und Supermärkte und Gastronomie. Das wie ein Pferdestall ausgebaute Foyer des Marstallcenters in Ludwigsburg erhält ein wenig vom herrschaftlichen Stallgeruch.

Wie im Pferdestall sieht es im renovierten und neu eröffneten Marstallcenter in Ludwigsburg aus. Der Name des ursprünglich 1975 eröffneten Einkaufszentrums steht für die Pferdeställe des 1733 von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg im Barockstil fertiggestellten Schloss Ludwigsburg. 2013 übernahm der ECE-Konzern das damals marode Einkaufszentrum, entkernte es vollständig und baute es modern aus. Ende September 2015 präsentierte sich das wiedereröffnete Marstallcenter im neuen Glanz. Die Architekten haben sich jedoch gegen das in den letzten Jahren übliche nüchterne und funktionale Erscheinungsbild entschieden und inszenieren spielerisch Zaumzeug, Sattel, andere Pferdeaccessoires sowie einen sich über zwei Stockwerke erschließenden Pferdestall, der als Foyer dient.

Über eine Ausschreibung erhielt der Bietigheimer Ladenbauer Schlegel den Auftrag, das Foyer mit rustikalen Altholzverkleidungen und riesigen Stalltüren auszubauen. Gefordert war die Brandschutzklasse B1. Schlegel zeigte dem Bauherren verschiedene Materialmuster mit Furnier, Schichtstoff und »Imi-Altholz« von der für ihr »Imi«-Beton bekannten H. Schubert GmbH. ECE entschied sich für Imi-Altholz, weil es das Altholz besonders authentisch nachahmt. Es erfüllt die Brandschutzauflagen und besteht aus MDF mit einer formgeprägten und bedruckten, mineralischen Auflage. Die Tiefe des Reliefs beträgt bis zu 6 mm, was den Altholzcharakter verstärkt.
Schlegel hat rund 400 m2 des Materials im Marstallcenter verarbeitet. Um den Brettcharakter zu betonen, hat er die 3050 x 1220 mm großen Rohformate in der Werkstatt in 10 cm breite Streifen geschnitten und für jedes Diagonalfeld die Streifen auf Gehrung abgelängt. An die Streifen für die aufgesetzten Riegel hat er mit PUR-Kleber ebenfalls von Imi gelieferte ABS-Kanten angefahren. Über die Tastrolle ist der Bündigfräser in der Kantenanleimmaschine den Höhen und Tiefen des Reliefs gefolgt. Die Ecken der Säulenverkleidungen hat Schlegel auf Gehrung gesägt. Auf der Baustelle haben die Monteure die vorfertigten Streifen auf eine Unterkonstruktion aus B1-Spanplatten verstiftet und geklebt. Die Gehrungsstöße haben sie mit dem Imi-Altholz-Kantenset nachbearbeitet, sodass die Schnittfugen nur noch mit Mühe zu auszumachen sind.
Das Imi-Altholz verleiht dem Marstallcenter ein ganz eigenes authentisc hes Flair – feine Boutiquen mit ein wenig Stallgeruch aus herrschaftlichen Zeiten. –GM

Projektbeteiligte

Bauherr: ECE, www.ece.de
Planung: Cord von Platen, ECE
GU: Züblin, www.zueblin.de
Ausbau: Schlegel GmbH, www.schlegel-concepts.com
Imi-Altholz: H. Schubert GmbH, Peter Schubert, www.imi-beton.com
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