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Der Sieger unter den Spezialisten

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Der Sieger unter den Spezialisten

Der Schreinermeister und sein erfolgreichstes Produkt: Thomas Poth, Chef der P+P GmbH, vor einer Vectogramm-Darstellung von Marilyn Monroe
Beim Marketingpreis des Deutschen Handwerks 2005 hat ein Schreinermeister den ersten Preis gewonnen – für die Entwicklung und exklusive Vermarktung von gefrästen Bildern.

Wer sich als Unternehmer auf seine Stärken konzentriert und diese konsequent vermarktet, kann auch bei schwacher Binnenkonjunktur seine Marktposition ausbauen. Das beweisen die fünf diesjährigen Gewinner des Marketingpreises des Deutschen Handwerks. Ausgeschrieben wird der Preis vom Handwerk Magazin. Er steht unter der Schirmherrschaft des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) und wird durch die DaimlerChrysler Vertriebsorganisation Deutschland (DCVD) unterstützt.

130 Betriebe aus 25 Handwerksbranchen haben sich unter dem Motto „Anders denken lohnt sich“ um die begehrte Trophäe beworben. Angeführt wird die Branchenhitliste der Bewerber wieder von einer Schreinerei, der P+P GmbH.
Wie produziert man tausend Deckenplatten mit fünf Millionen Löchern, die nach der Montage ein harmonisches Muster bilden? Diese Aufgabe beim Ausbau der Zentrale des Deutschen Fußballbundes in Frankfurt war mit einer konventionellen Maschinen- programmierung nicht zu lösen. Also entwickelte Schreinermeister Thomas Poth 1999 mit CNC-Spezialisten seines Betriebes eine Software, die es erlaubte, die Anordnung der einzelnen Bohrungen als Bilddatei einzugeben.
„Aus Spaß haben wir dann Zeitungsfotos eingescannt und waren von dem, was die Maschine ausspuckte, spontan begeistert“, erzählt der Inhaber der P+P GmbH in Fürth im Odenwald: „Später entstand die Idee, Linien zu fräsen statt Löcher zu bohren.“ Durch unterschiedliche Frästiefen ließen sich wie bei einem Schwarzweißfoto bis zu 256 Graustufen darstellen. Eine neue Ausdrucksform war geboren: das „Vectogramm“. Den Produktnamen und das Herstellungsverfahren ließ sich Poth patentrechtlich schützen.
Bei der Expo 2000 verblüffte das Vectogramm „Montagsdemonstranten“ im deutschen Pavillon Designer, Architekten, Werbeleute und Kunstbegeisterte. Spätestens jetzt schwante dem 45-Jährigen, welches Potenzial in der Entwicklung steckte. Auf Messen im In- und Ausland, bei Designausstellungen und durch einen starken Webauftritt zieht er seitdem die Aufmerksamkeit von Kunden in aller Welt auf sich. Wichtigste Werbeträger sind heute die zahlreichen verwirklichten Projekte.
Ob in der Tokioter Bank, auf Kreuzfahrtschiffen in der Karibik oder bei Promotionaktionen von DaimlerChrysler – die Vectogramme taugen für unterschiedlichste Anlässe. Es gibt sie als 1000 m2 großen Wandfries oder briefmarkenkleines Werbegeschenk. Dem 14 Mitarbeiter zählenden Unternehmen ermöglichte die Innovation, sich vom immer ertragsärmeren Innenausbau-Objektgeschäft abzunabeln. Poths Bilanz: „Wir machen jetzt in einem Monat mehr Gewinn als früher in einem Vierteljahr.“
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