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Den Handel ins Boot holen

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Den Handel ins Boot holen

Sonia Loosli und Beat Hübscher achten bei der Entwicklung ihrer Möbel gezielt auf deren Verkaufbarkeit. Hervorragendes Design ist längst selbstverständlich. Was »läuft« und was nicht, wissen die Handelspartner.

Bei Tossa, einer Schreinerei im idyllischen Tösstal der Schweiz, werden feine handwerkliche Möbel gebaut. Ein großer Teil der Kollektion ist Werkdesign und entstand aus der Experimentierfreudigkeit der beiden Firmengründer Sonia Loosli und Beat Hübscher. Hinzu kommen Möbelideen, die von bekannten und noch unbekannten Designern eingereicht wurden. Eine neue Spielart der direkten Zusammen-arbeit mit externen Designern war im vergangenen Jahr ein Gestaltungswettbewerb, aus dem der Prototyp eines neuen Tisches hervorging. Fachhändler aus Bern, Lenzburg, Zürich und Basel bildeten mit der Tossa-Geschäftsleitung die Jury und wählten unter dem Kriterium der Verkaufbarkeit ihren Favoriten. Für die Produktentwicklung im Handwerk ist diese Vorgehensweise sicher noch eine Ausnahmeerscheinung.

Nach den Entwurfsschwerpunkten der letzten Jahre (Sessel, Bett, Regale, Sideboard) sollte die Tossa-Kollektion um einen neuen Tisch erweitert werden. Tische sind bezogen auf den Umsatz das wichtigste Standbein der Kollektion. Im Sinne der »Swissness«, also des hohen internationalen Marktwertes schweizerischen Designs und schweizerischer Fertigung, beschränkte man die Ausschreibung auf vier namhafte eidgenössische Gestalter. Eingeladen wurden das Atelier Oï, Jörg Boner, Formpol und Hanspeter Steiger. Allen ist die Handschrift des Labels Tossa bereits bekannt, ebenfalls ein wichtiger Gesichtspunkt.
Insgesamt haben die Gestalter 30 Tischmodelle eingereicht, aus denen die Jury drei Entwürfe bestimmte, die als Prototyp bei Tossa umgesetzt wurden. Die Tischfamilie von Jörg Boner ging aus diesem Trio als Sieger hervor und wurde erstmalig im September 2007 präsentiert. Hervorstechendes Merkmal ist das Untergestell mit den unkonventionellen rechtwinkligen Abschlüssen der angesetzten Füße. Die Tische erhalten durch diesen Kunstgriff eine kecke Leichtigkeit.
Die faire und offene Kommunikationskultur von Tossa kam bei den Gestaltern gut an. Jeder eingereichte Entwurf wurde zum Beispiel selbstverständlich vergütet. So bleibt auch denjenigen, deren Modell nicht in die Kollektion gewählt worden ist, der gemeinsame Gestaltungsprozess positiv im Gedächtnis – eine gute Grundlage, auf der sich jederzeit wieder aufbauen lässt.
Die geniale Idee, Händler in die Jury zu berufen, potenzielle neue Produkte also mit denjenigen abzustimmen, die sie mit Erfolg verkaufen sollen, leuchtet unmittelbar ein: Produkte, die niemand verkaufen will und niemand kauft, sind weder für den Hersteller noch für den Handel erstrebenswert. JN
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