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Brachliegende Potenziale

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Brachliegende Potenziale

Seit fast drei Jahren gibt es eine Infrastruktur für den elektronischen Bestelldatenaustausch von von Tischlern und Schreinern mit dem Holzhändler. Jedoch gibt es nur wenige Betriebe, die dieses Rationalisierungspotenzial nutzen.

Mit dem Ziel, den Bestellprozess und die Auftragsabwicklung zu rationalisieren, haben die Holz-, Holzwerkstoff- und Beschlagindustrie gemeinsam mit dem Holzhandel einen Standard für elektronische Warenkataloge entwickelt. Mit der kostenlosen Software »EDI-Connect« des Dienstleisters Kaps in Emersacker können Tischler und Schreiner die Warenkataloge einsehen, und zwar ohne Preisangaben beim Hersteller und mit Preisen bei ihrem Händler. Die Handwerker können sich mit EDI-Connect nicht nur informieren, sie können die Beschaffung auch elektronisch abwickeln, d. h. offline die Kataloge einsehen, ordern und die Bestellung per EDI zu ihrem Händler übertragen. EDI steht für »Electronic Data Interchange«.

Namhafte Industriebetriebe wie beispielsweise Egger, Hamberger, Glunz, Kaindl, Schwering, Isover, Knauf oder Blum unterstützen das EDI-System mit ihren elektronischen Produktkatalogen. Zu den wichtigsten Produktbereichen zählen Holzwerkstoffe, Beschläge, Parkett, Türen sowie Dämm- und Baustoffe. Die vollständige Liste der beteiligten Anbieterfirmen ist im Internet unter www.mein-lieber-span.com einsehbar. Unter dem Titel »Zeit für das Wesentliche« stellte dds das System im Einsatz zwischen dem Kemptener Holzhändler Rudolf Greiter und seinem Kunden Schreinermeister Karlheinz Hupfer in Illertissen vor (dds 10/2004, Seite 56/57). Zweieinhalb Jahre später fragte dds jetzt nach, ob und wie das EDI-Geschäft heute läuft. Rudolf Greiter sagte, dass er die Zahl der EDI-Partner inzwischen auf etwa 50 Schreinereien aufstocken konnte. Schreinermeister Karlheinz Hupfer nutzt die EDI-Anbindung hauptsächlich zum Einholen von Preisinformationen; das Ordern mit EDI-Connect ist ihm meistens zu kompliziert. Er vermisst den möglichen Zusatznutzen, dass beispielsweise Produktbilder oder weitere Informationen über EDI-Connect verfügbar sind.
Kurt Pikl, Chief Information Officer beim Holzwerkstoffhersteller Egger und einer der Initiatoren des EDI-Projektes, teilte der dds-Redaktion mit, dass die Resonanz auf den neuen Standard eher verhalten sei. Industrie und Handwerk kämen zwar mit dem neuen Standard problemlos zurecht. Jedoch habe das Gros des Holzhandels es noch immer nicht geschafft, seine Computersysteme EDI-tauglich einzurichten. Der EDV-Spezialist führt dies auch darauf zurück, dass die Anbieter von Warenwirtschaftssystemen die für EDI notwendigen Funktionen nicht ins Standardpaket aufgenommen hätten.
Weil der Holzhandel nicht in ausreichendem Maße mitspielen kann, will Egger jetzt einen zweiten, neuen Weg mit niedrigeren EDV-technischen Hürden für die Warenwirtschaft des Holzhändlers aufbauen. Zielgruppe sind hier jedoch zunächst nicht die Tischler und Schreiner, sondern der Holzhandel. Die Erfahrung mit den optimierten Prozessen zwischen Zulieferindustrie und Handel sollen die Händler dazu bewegen, auch das Handwerk in das automatisierte Bestellsystem einzubeziehen.
Im Gegensatz zur aktuellen Lösung für Tischler und Schreiner mit EDI-Connect sollen die Geschäfte für die Handelskunden über ein Portal abgewickelt werden, und zwar über www.nexmart.de, das ursprünglich nur Elektrowerkzeuge zum Gegenstand hatte. »Wir haben alle Firmen und Wettbewerber, die sich an der jetzigen EDI-Lösung beteiligen, eingeladen, sich mit ihrem Produktprogramm anzuschließen, sodass ein breites und attraktives Warenangebot einer ganzen Branche zustande kommt«, sagt Kurt Pikl. GM
»Über ein B2B-Portal wollen wir technische Hürden für den Handel beiseiteschaffen.« Kurt Pikl, Egger
»Ich nutze EDI-Connect fast nur für Preisanfragen. Das Ordern ist kompliziert.« Karlheinz Hupfer, Schreinermeister
»In meinem Kundenkreis gibt es inzwischen rund 50 Schreiner, die per EDI bestellen.« Rudolf Greiter, Holzhändler
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