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»Alles nach Kundenwunsch«

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»Alles nach Kundenwunsch«

Obwohl Schichtstoff und Decklack das Furnier weiterhin aus dem Markt hinausdrängen, ist ein hochwertiger Möbel- und Innenausbau ohne Furnier nicht denkbar. Wer sich hier nicht verzetteln möchte, kauft Fixmaße zu, z. B. bei Ernst Möhrle.

Der 1954 von Ernst Möhrle gegründete 20-Mitarbeiter-Betrieb Möhrle Intarsien in Baiersbronn hat sich seit langem einen Namen gemacht. Das Schwarzwälder Familienunternehmen, das anfangs dreidimensionale Radio- und Fernsehgehäuse sowie Furniere dafür lieferte, wird heute in zweiter Generation von Martin Möhrle geführt. Als Dienstleister stellt es aber nicht nur Intarsien her, wie man aus dem Firmennamen vermuten könnte, sondern fertigt in der Hauptsache Furnierfixmaße für flächige Anwendungen. So lassen sich zum Beispiel verschiedene Küchenhersteller, darunter Poggenpohl, Alno, Leicht oder Rempp, die Furniere für die Fronten ihrer hochwertigen Produktlinien bei Möhrle zusammensetzen und in Fixmaßen zuliefern.

Aber auch Innenausbau- und Schreinereibetriebe, die beispielsweise im Objektbereich tätig sind und nach eigenen oder Architektenentwürfen arbeiten und diese mit Furnierabwicklungen realisieren müssen, nutzen das Angebot des Zulieferers. Und sie scheinen damit gut zu fahren, wissen es zu schätzen, sich von einem Spezialisten beliefern zu lassen, selbst wenn dies auf den ersten Blick etwas teurer erscheint. Sie bekommen die zum Furnieren fertigen Blätter zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert, in der gewünschten Qualität und Menge. Außerdem haben sie nicht das Problem der Vorratshaltung, Bereitstellung des dafür notwendigen Fachpersonals und des Maschinenparks. Dem Kunden steht es dabei frei, seine eigenen Furniere anzuliefern. Er kann sich aber auch der Firma Möhrle anvertrauen, die ihm dann auch die Furniere liefert. Dieses Vertrauen ist bei dem Naturprodukt Furnier nicht selbstverständlich, aber durch die lange Zusammenarbeit gewachsen. Außerdem kennt Martin Möhrle inzwischen die Wünsche seiner Kunden genauso, wie seine Furnierlieferanten wiederum seine Wünsche kennen und dementsprechende Sortimente bereithalten. Trotzdem lässt es sich Martin Möhrle nicht nehmen, beim Einkauf der Furnierpakete diese selber auszusuchen. Dafür ist er zumindest einmal pro Woche unterwegs und besucht seine Furnierlieferanten, wie beispielsweise Schorn & Groh in Karlsruhe und Eschelbronn, Dieterle in Nagold und Kaiser in Schömberg.
Große Vielfalt
Von den rund 100 verschiedenen Holzarten, die der Familienbetrieb verarbeitet, sind es nur etwa 20 Holzarten, die rund 80 bis 90 Prozent des täglichen Geschäfts ausmachen, erklärt Martin Möhrle. Dazu gehören insbesondere Eiche, Nussbaum, Kirsche, Esche und Olivenholz. Die vielen anderen Holzarten werden hauptsächlich für die Intarsien benötigt. Zudem gehören Spezialitäten wie Maser- und Altholzfurniere oder gemesserte Wurzelknollen ins Programm.
Die Standardfurnierdicke liegt nach wie vor bei 0,6 mm, in besonderen Fällen aber auch bei 0,9 mm oder 1,5 mm, beispielsweise bei Nadelholzfurnieren. Zum Maschinenpark gehören drei Furnierscheren und Fügemaschinen von Kuper, zwei Klebemaschinen von FHG Furniertechnik, drei Dekupiersägen und eine rechnergesteuerte Laserschneidanlage von Eurolaser in Lüneburg. Letztere Technik setzt der Familienbetrieb bereits seit 1993 erfolgreich ein, beispielsweise dann, wenn der Kunde seinen Namenszug oder andere Einlagen im Furnierblatt wünscht.
Rund 150 bis 200 Betriebe – große wie kleine – zählt Möhrle zu seinem Kundenkreis. »Die meisten sind inzwischen fast alle Stammkunden geworden«, freut sich Martin Möhrle. Hauptumsatzbringer sind das Fixmaßgeschäft und die Lohnarbeit, wobei Möhrle den größten Umsatz, der bei rund 1,5 Mio. Euro/Jahr liegt, mit 20 bis 30 seiner Top-Kunden erzielt. Diese Betriebe befinden sich meist im Umkreis von 150 bis 200 Kilometern von Baiersbronn. Das erleichtert die Just-in-time-Belieferung. Dennoch erstreckt sich der Lieferradius auf ganz Deutschland und die deutschsprachigen Nachbarländer.
Offen für Neues
Aufgeschlossen ist Martin Möhrle auch gegenüber Neuentwicklungen. Dies zeigt sich unter anderem in der Anwendung einer modernen Zweikomponenten-Kaurit-Furnierfugenverklebung, die schnell und sicher innerhalb weniger Sekunden abbindet und die Furniere sicher und dicht zusammen hält. Ein weiteres Beispiel ist die erst kürzlich durch einen Kunden angestoßene Zusammenarbeit mit dem österreichischen Furnierspezialisten Rohol, das vor rund einem Jahr ein neuartiges Furnier auf den Markt gebracht hat. Dieses sogenannte »Rough-Cut«-Furnier hat den rustikalen Charakter eines sägerauen, ungeschliffenen Holzes, was der Hersteller mithilfe einer mechanischen Verformung erzielt.
Hierin liegt ein besonderes Know-how ebenso wie in der Verarbeitung und dem Zusammensetzen dieser Furnierbesonderheit. Daran hat Möhrle intensiv gearbeitet und die damit einhergehenden Probleme gelöst. Somit sind seit einem halben Jahr daraus zusammengesetzte Furnierblätter in entsprechender Qualität ebenfalls lieferbar und eine weitere Ergänzung des Produktangebots von Möhrle Intarsien. BR

Adresse
Ernst Möhrle Intarsien 72270 Baiersbronn-Obertal Tel.: (07449) 9299-20, Fax -230 www.moehrle-intarsien.de
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