Der Sägentisch als Laufsteg für diese wahre Schönheit mit ihrem rotgoldenen Teint
Foto: Holz-Her
Marktübersicht Kreissägeblätter

Wofür passt welches Blatt?

von Willi Brokbals

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Der Tischler und Schreiner bearbeitet eine Fülle an Materialien. Da wäre es praktisch, für jeden Anwendungsfall ein optimales Sägeblatt zu kennen. Besonders auch, weil die Zahl der Werkstoffe stetig wächst. Die alten Grundregeln wie »dünnes Material erfordert hochzahniges Sägeblatt, dickes Material eines mit wenigen Zähnen« oder »Massivholzlängsschnitt grundsätzlich mit wenig Zähnen und großen Spanlücken« helfen nur noch bedingt weiter. Eine Orientierungshilfe soll die folgende Marktübersicht geben. Wir haben den führenden Herstellern von Kreissägeblättern eine Liste mit Werkstoffen vorgelegt und sie gefragt, welches Sägeblatt sie für welches Produkt empfehlen. Die Liste kann jedoch nur unvollständig sein, denn die Wahl des Sägeblattes hängt auch von der Dicke des Schnittguts ab. Daraus resultieren Sägeblattdurchmesser, -überstand und die Ein- und Austrittswinkel, Zähnezahl und Zahnform und der Zahnvorschub der über die Spangröße und damit über die Schnittqualität entscheidet.
Der Zahnaustritt auf der Oberseite des Werkstückes bereitet meistens keine Probleme, doch der Austritt auf der Unterseite kann die Schnittkante ruinieren. Guhdo bringt es auf den Punkt: »Je größer der Überstand, desto kleiner ist der Austrittswinkel und umso schlechter ist die Schnittkante auf der Plattenunterseite.« Mit der Regel, bei Sägeblättern mit positivem Spanwinkel die Höhe des Sägeblattes so einzustellen, dass es eine Zahnhöhe übersteht (ca. 15 mm), schneidet man im doppelten Sinne gut ab.
Neben der Beratung versuchen die Hersteller auch neue Wege zu gehen. AKE bietet seinen Kunden an, Materialmuster zu schicken. Der Schreiner bekommt anschließend das Material bearbeitet zurück und ein Angebot für das passende Werkzeug. Leuco ist gerade dabei, auf seiner Homepage eine App, den sogenannten »Werkzeugfinder«, zu testen und weiterzuentwickeln. Man beginnt mit der Eingabe der groben Daten, verfeinert diese immer weiter und findet das für die Anwendung richtige Sägeblatt. Mit einem Klick erfolgt die Preisanfrage. Auch andere Hersteller stehen in den Startlöchern.
Die Firma Leitz sieht darin (noch) keine Zukunft: Hat der Schreiner ein Werkzeug ausgewählt und erhalten, muss es funktionieren. Erfüllt das Sägeblatt jedoch nicht die Ansprüche des Anwenders, wird es für ihn schwierig, die Säge zu reklamieren. Schließlich hat er selber diese spezielle Säge gewählt und bestellt. Deshalb setzt Leitz, wie auch die übrigen Hersteller, nach wie vor auf die Beratung, die zur Problemlösung führt. Sind die Ergebnisse zufriedenstellend hat der Kunde die Säge, die er braucht. Sollte die Qualität nicht überzeugen, wird weiter gesucht, bis der Kunde das passende Werkzeug erhält – oder er gibt die Säge zurück. Die Kosten für den Anwender bleiben gering.