Akkuwerkzeuge im Härtetest

dds-Redakteur Hubert Neumann nutzte die Sanierung eines Zeltlagerstegs, um die neuesten Akkuwerkzeuge von Mafell und Metabo robust zu testen. Zweieinhalb Tonnen Hartholz und eine halbe Tonne Aluminium wurden verarbeitet – ein perfektes Testobjekt.

Seit 47 Jahren verbringen Kinder und Jugendliche aus meiner Gemeinde eindrückliche Ferientage an einem Moorsee, 100 km südlich im Allgäu gelegen. Der See und das Leben in der Natur ist wichtiger Teil des Lagerlebens. Ein 25 m langer Badesteg überbrückt den Zugang vom Zeltplatz durch den Schilfgürtel hin zur Badetreppe und zu den am Steg angedockten Booten des Zeltlagers. Doch nichts hält ewig. Es ist lästig, aber irgendwie auch beruhigend – die Natur holt sich alles zurück! Der 20 Jahre alte, in einer
vermeintlich robusten Lärchenholzkonstruktion gebaute Steg wurde durch Wind, Wetter, Entenkot und eingewachsenem Schilf in seiner Statik »humusiert« und bedurfte der Sanierung. Ein perfekter Anlass, um die neuesten Akkuwerkzeuge von Mafell und Metabo zu testen. Die Chance, beim Verarbeiten von 2,4 t 45er-Bangkirai und einer halben Tonne Aluminium Akku für Akku leer zu saugen, bietet sich ja nicht oft. Dazu im Moor und See stehend – das ideale Terrain für Akkuwerkzeuge und die perfekte Arena für eine robuste Werkzeugbelastung.

Mafell lieferte dazu just in time eine Vorserienmaschine der neuen KSS 50 18 M bl mit ihren LiHD-Hochleistungsakkus. Im See stehend zu arbeiten oder auch das passgenaue Trennen/Nuten von 120/60er- Aluminium ist in der Bedienungsanleitung nicht
vorgesehen – doch auch der Mafell-Produktmanager war durchaus gespannt, wie sich sein Werkzeug im »dds-Extremtest« schlagen würde.

Wie verhält sich etwa die Elektronik, der sich der Umgebungshelligkeit anpassenden LED-Leuchten, wenn leitfähige Aluminiumspäne beim Nutzen ohne Sauger den Spaltraum verstopfen? Kein Problem! Einzig der prall mit Aluminiumspänen überfüllte Auffangbeutel wehrte sich beim Leeren. Aluschnittgut ist eben kein Holzspan. Eine Blockade der Säge gab es, und die war der Demontage der alten Lärchenbalken geschuldet: Eine versteckte 80er-Edelstahlschraube verkeilte das Sägeblatt. Zeit für einen Blattwechsel: die Blattarretierung entkoppelt zugleich den Stromkontakt, mit wenigen Handgriffen war ein frisches Blatt aufgezogen. Meist nutzten wir die Säge an der Kapp- oder mit der Führungsschiene. So gelangen perfekte Längsholzschnitte in den Bangkirai-Bohlen. Der 99-Wh (5,5Ah) Akku packte beim finalen Stegschnitt gut 17 m Lauflänge im 45er-Hartholz – Chapeau!

Die Sägearbeiten waren den drei Schreinern im elfköpfigen Stegbauteam vorbehalten. Anders beim Test der Schrauber: Bei Tausenden Verschraubungen durften auch die Nichthandwerker, wie Studentinnen oder Sozialarbeiter ans Steg-Werk. Testwerkzeuge waren u.a. der neuste Dreigang-Akkuschrauber von
Metabo BS 18 LTX-3 BL Q I. Kraft und Ausdauer überzeugten – ob beim 12-mm-Bohren in Stahlstützen oder beim Bangkirai Fixieren mit selbstschneidenden Schrauben in der 4 mm Alu-Wandung. Da die neuen Testwerkzeuge, wie auch die Altgeräte von Team-
mitglied und Ausbauprofi Tobias Hofbauer auf der 18-V-Schnittstelle von Metabo aufbauen, konnten die Akkupacks munter durchgewechselt werden – ob in Kappschienensäge, Säbelsäge, Schrauber oder gar
im mächtigen Zweihandwinkelschleifer mit 230 mm Trennscheibe, mit Leichtgewicht 36 Wh-Akku unter 400  g oder dem Kraftpaket LiHD 7.0 mit 126  Wh und dennoch handlichen 920 g.

Das Projekt geht weiter: Am nächsten Wochenende werden beim Zeltaufbau Bootseinstiegstufen montiert. 65/400  mm Bohlen liegen bereit. –HN


Tobias Hofbauer
www.hofbauer-ausbauen.de

»Ob auf dem See oder oben im Gerüst – ein kompatibles Akkusystem
für mehrere Marken ist
top effizient!«