Treppe aus Zebrano

Holz in der Hauptrolle

Sein Lieblingsholz wollte der Bauherr, nichts anderes: Zebrano. Eine massive Treppe sollte mit ihrer expressiven Maserung den Raum dominieren wie eine Skulptur. Alles andere wurde der Holzauswahl untergeordnet: weiße Wände, schlichter Boden, einfache Möbel.

Wenn Zebrano, dann richtig – das empfahl Jörn Brenscheidt einem Kunden, der von der afrikanischen Holzart schon lange begeistert war. Ihr Hell-Dunkel-Kontrast taugt nicht für dezente Zurückhaltung – wenn man dieses Holz wählt, dominiert es. Der Geschäftsführer der Wittener Schreinerei Hokon bekam grünes Licht, um in die Vollen zu gehen und entwarf eine massive Faltwerktreppe über beide Stockwerke einer Doppelhaushälfte. Deren nicht allzu große Wohnfläche wird ausgeglichen durch offene Wände, wenig Türen, viel Licht. Und die Treppe im Zentrum des Gebäudes ist kein platzraubendes Funktionselement, sondern das Gegenteil: der Blickfang des Innenraums. Sie strahlt Besitzerstolz aus wie ein wertvolles Möbelstück. Zum Gelingen des Projekts trug Brenscheidts Arbeitsweise viel bei: tiefe Fertigung im eigenen Haus, von der Holzauswahl über das Verleimen der Stufen und das CNC-Fräsen des Handlaufs bis zur Montage. Kontrolle über die Qualität im eigenen Haus. Brenscheidt kann sich das leisten: Er hat sich konsequent einen Kundenstamm im gehobenen Segment aufgebaut, er verzichtet bewusst auf den Spagat zwischen low price und high end. Beides anzubieten, sagt er, sei nicht überzeugend: »Wie wollen Sie einem Kunden erklären, dass Sie der richtige Partner für ein Prestigeprojekt sind, wenn Ihr Ausstellungsraum auch Billigware zeigt?« Konsequent hat er sich von der Bauchladenmentalität, wie er das nennt, verabschiedet – alles können, aber nichts richtig. Stattdessen zieht er mit Qualität solvente Kunden an, die ihn weiterempfehlen, und ein modernes Internet-marketing tut das Seine dazu: Die Empfehlungs-Community Houzz beispielsweise – www.houzz.de – ist Brenscheidts bevorzugtes Werbemedium. -HN