Glasfassade trägt Dach

Eine zweigeschossige Glasfassade in Pfosten-Riegel-Bauweise zu errichten, ist für Fensterbauer nicht gerade alltäglich. Johannes Henrich bewältigte die Herausforderung zusammen mit seinem Bauelemente-Lieferanten.

Das Holzhaus östlich von München ist im wörtlichen Sinne ein Familienprojekt. Architekt David Wolfertstetter hat den Neubau für seine Eltern geplant – sein erstes eigenes Projekt. Es ist ein ökologisch gebautes, gestalterisch und energetisch überzeugendes Haus, barrierefrei und mit extrem viel Tageslicht im Inneren. Hingucker ist eine 60 m² große Glasfassade, die sich nach Süden orientiert und den Wohnraum mit Licht und Sonnenwärme versorgt. Die Verglasung (Ug = 0,60 W/m2K) eröffnet dabei herrliche Ausblicke in die umgebende Landschaft.

Die Pfosten-Riegel-Fassade war eine besondere Herausforderung für den Münchener Fensterbauer Johannes Henrich. Sie erstreckt sich entlang der gesamten Breite des Hauses über zwei Geschosse bis unter die Dachfläche. Die Pfosten der Fassade tragen das Dach aus Brettsperrholzplatten, sodass auf zusätzliche Stützen verzichtet werden kann. Dadurch kam jedoch auch der Schnittstelle zwischen Fensterbauer und Zimmerei eine besondere Bedeutung zu. Am entscheidenden Tag mussten beide Firmen Hand in Hand arbeiten.
Montagefertig geliefert wurde die Pfosten-Riegel-Konstruktion – ebenso wie die Fenster und die Haustür – von Henrichs Bauelementelieferanten Kneer-Südfenster. Sie besteht aus Profilen mit 80 mm Ansichtsbreite und bietet barrierefreie Übergänge von innen nach außen. Da die Fassade ohne Dachüberstand stark der Witterung ausgesetzt ist, wurde sie als Holz-Alu-System ausgeführt. Kneer setzt dabei das System Lara GF 80 mm von Gutmann ein. Pfosten und Riegel sind aus Fichtenholz und wurden innen farblos gewachst. Beschattet wird die Fassade mit einer Raffstore-Anlage, die zusammen mit der Verglasung von Henrich montiert wurde.
An der Ost- und Westseite des Hauses ist die Holzfassade durch zurückgesetzte Einschnitte aufgelockert. In diese wurden Holz-Alu-Fenster aus Lärche eingebaut, System AHF 95 Classic. Der so entstehende Eingangsbereich im Erdgeschoss und die Loggien im Obergeschoss werden durch anthrazitfarbene Fassadenplatten an den Laibungen betont.
Für die barrierefreie und damit nachhaltige Nutzung im Alter wurde das Erdgeschoss als eigenständig funktionierende, schwellenlose Wohneinheit mit Schlafzimmer und rollstuhlgerechtem Duschbad realisiert. Alle Türen und Schwellen im Haus sind barrierefrei ausgeführt. Im gesamten Haus wurde Industrielamellenparkett aus Eiche verlegt. Der Grundriss im EG hat sich um einen zentralen Block entwickelt, in dem ein Bad und die Haustechnik untergebracht sind. Als Stauraum dient im Erdgeschoss ein tiefer Wandschrank entlang der Nordfassade. Über eine Treppe gelangt man auf eine lang gestreckte Galerie im OG. Hier befinden sich zwei Arbeitsplätze, die über Dachflächenfenster mit Tageslicht versorgt werden sowie zwei Schlafzimmer mit je einem dazugehörigen Bad. –HJG

Steckbrief

Bauelemente: Kneer-Südfenster, www.kneer-suedfenster.de
Fensterbau: Johannes Henrich, 81825 München
Holzbau: Zimmerei Woidich, www.zimmerei-woidich.de