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Dieter Roxlau war bis Ende 2016 Geschäftsführer von Tischler NRW.
Die Erfahrung zeigt: Lange Zahlungsziele sind schlecht für die Moral. Ein Einwurf von Dieter Roxlau.

Wenn Kunden nicht zahlen …

Betriebe räumen ihren Kunden immer großzügigere Zahlungsziele ein. Im Durchschnitt sind dies aktuell 35,5 Tage – ein Tag mehr als im Vorjahr! Die Creditreform wertet diese Entwicklung als Beleg dafür, dass offensichtlich das Vertrauen der Unternehmen in die Geschäftspartner gestiegen ist. In der gleichen Nachricht findet sich dann auch die Information, dass die Laufzeit der Forderungen auf durchschnittlich über 42 Tage gestiegen ist. Dies zeigt – und es ist ja eine Binsenweisheit: Zahlungsmoral und Zahlungsmodalitäten stehen in enger Wechselwirkung! Der geneigte Kunde wertet ein großzügiges Zahlungsziel vielfach eben nicht als Geste des Vertrauens, sondern eher als Einladung zu noch mehr Zögerlichkeit. Grundsätzlich gilt: Eine Rechnung ist sofort fällig. Alles, was darüber hinaus geht, ist Verhandlungssache und Kulanz. Allzu oft erleben Betriebe, dass mit wachsendem zeitlichem Abstand vom erfolgreichen Abschluss der Arbeiten die Suche nach Fehlern als Vorwand für eine Rechnungskürzung zunimmt. Die Verlockung, eine Finanzierung über (vorgeschobene) Mängel vorzunehmen wird größer. Aus diesem Grund gilt es, zumindest bei privaten Kunden, Rechnungen sofort zu schreiben – ein Gebot, das nach wie vor oft nicht beachtet wird. Bei größeren Aufträgen empfiehlt es sich außerdem, mit Abschlagszahlungen zu arbeiten. Längere Zahlungsziele stehen dagegen nicht auf der Empfehlungsliste, denn: Jede Zahlungsverzögerung mindert die betriebliche Liquidität! Wer professionelle Arbeit abliefert, sollte auch Rechnungsstellung und Zahlungsmodalitäten professionell praktizieren.

Das jedenfalls meint
            Dieter Roxlau