Der Transporter Fiat Talento ist für Tischler und Schreiner eine gute Wahl.

Da stimmen Preis und Leistung

Der Transporter Fiat Talento entsteht auf Basis des Renault Traffic und ist durch diese Partnerschaft auch eine weitgehend baugleiche Alternative zum Opel Vivaro und Nissan NV 300.

Patricia Fritzsche, Freie Journalistin, Frankfurt am Main

Lief der Transporter Fiat Scudo noch gemeinsam mit dem PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) vom Band, wird der Nachfolger Talento mit Renault gefertigt. Obwohl er seine DNA jetzt mit Renault Traffic, Opel Vivaro und Nissan NV 300 teilt, braucht er sich mitnichten vor den Geschwistern zu verstecken – er punktet mit einem kernigen Gesamtpaket aus großem Stauraum, guter Verarbeitung, günstigem Einstiegspreis und der Vier-Jahres-Garantie, mit der er sich von den anderen abhebt. Vorne ist der Talento dynamisch gezeichnet und klar als Mitglied der Fiat-Familie zu erkennen. Im aufgeräumtem Cockpit sind die Bedienelemente gut platziert. Bequeme Sitze und eine multifunktionale Beifahrersitzbank überzeugen. Umgeklappt bietet die Rückenlehne einen Tisch, etwa um Klemmbrett oder den Laptop darauf abzustellen. Unter der Sitzfläche sind praktische Staufächer platziert.
Das griffige Lenkrad mit Tasten für das Regulieren der Lautstärke und das Annehmen von Telefonaten ist ein Handschmeichler. Gewöhnungsbedürftig liegt der Schalter für den Tempomat hinter dem Lenkrad. Die weitere Ausstattung lässt wenig Wünsche offen: Das 7-Zoll-Infotainment mit integrierter Navigation lässt sich einfach bedienen. Ungewöhnlich zwar, aber sehr funktional und irgendwie auch logisch ist die in den Rückspiegel integrierte Rückfahrkamera. Im Verbund mit den Parksensoren lässt sich der Fiat Talento auch aus der kleinsten Lücke sicher heraus rangieren. Wer den Italiener nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten will, wird bei verschiedenen Optikpaketen und einer umfangreichen Sonderausstattung fündig, landet dann jedoch schnell jenseits der 30 000 Euro. Die Grundausstattung ab 23 430 Euro überzeugt mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Hungrig auf Ladung
Durch die seitliche Schiebetür und die geteilten, um 180 Grad zu öffnenden Hecktüren wird das Einladen von Europaletten zum Kinderspiel. Der Gabelstapler kann sie einfach abladen. Der Laderaum fasst bis zu drei Standard-Paletten und bietet in der getesteten Langversion L2H1 bis zu 6 m3 Ladevolumen. Durch die inzwischen bei den Kompakttransportern übliche Durchlademöglichkeit in der Bordwand – bei Fiat Cargo-Plus-Klappe genannt – lassen sich Materialien bis 4150 mm Länge verstauen. Dafür wird im Fahrerhaus der Beifahrersitz weggeklappt. Verzurrösen und rutschhemmender Boden sichern das Transportgut gegen Verrutschen. Verschiedene Werkstattsysteme lassen sich in den Laderaum einbauen.
Je mehr Ladung an Bord ist, desto komfortabler fährt sich der Talento. Der getestete Dieselmotor mit 145 PS läuft äußerst ruhig und bietet ausreichend Kraft für 1800 kg Leergewicht und 1250 kg Nutzlast. Das manuelle 6-Gang-Getriebe schaltet flüssig durch die Gänge und garantiert mit den Assistenzsystemen ein einfaches Handling des Kastenwagens. Fährt man zu schnell in die Kurve, greift das ESP behutsam ein und hält den Wagen in der Spur. Unser Testwagen verbrauchte mit Start-Stopp-Automatik 8,0 l Diesel – knapp 2 l mehr, als angegeben.