Marktübersicht

Große Klappe ab Werk

Kofferaufbauten bieten den maximalen Stauraum eines Quaders ohne störende Radkästen. Fünf beliebte Transporter, die ab Werk als Kofferträger verfügbar sind.

Patricia Fritzsche

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Das Grundgerüst der aufgesetzten Koffer ist oft ein Leiterrahmen aus Stahl. Je nach Einsatzzweck unterscheidet sich die Hülle. Häufig besteht sie aus einem Sperrholzkern und einer Beschichtung mit Kunststoff. So entsteht eine fugenlose Oberfläche, die sich gut beschriften lässt. Leichter und noch stabiler sind Aufbauten mit einer Aluminiumhaut. Die Koffer lassen sich gezielt den Ladebedürfnissen der Kunden anpassen: mit verschiebbaren Planen an der Seite, ausklappbaren Bordwänden oder praktisch mit einer Ladebordwand am Heck – vieles ist möglich. Gebaut werden die Aufbauten von bekannten Herstellern wie von weniger bekannten Karosserieschmieden.
Koffer für alle Fälle …
VW und Mercedes arbeiten mit den Spezialisten Junge und Spier zusammen, die den VW Crafter und den Mercedes Sprinter ab Werk mit Kofferaufbauten ausstatten. Besonders vorteilhaft für den Käufer: ein Ansprechpartner für Kaufvertrag, Gewährleistung und Wartung, keine zusätzliche Wartezeit zwischen Bestellung und Auslieferung. Die Kooperation zahlt sich aus: Hier finden Kunden langjähriges Know-how gepaart mit einer Vielzahl an Aufbauoptionen. Beide Modelle sind mit einem platzsparenden Rolltor oder Ladebordwand, Heckauftritt oder herausziehbarer Treppe, speziellem Laderaumboden mit Verzurrösen oder Ladungssicherungsschienen an den Wänden, einem zusätzlichen Staukasten oder Windleitkörper zum Kraftstoff sparen zu haben. Die Aufbauten sind nutzlastoptimiert als Leichtbaukoffer oder in einer robusteren Variante auch aus GFK-beschichtetem Sperrholz erhältlich. Auf das maximale Ladevolumen des 3,5 Tonners von 19,4 m3 legt der 5-Tonner noch einmal 4 m3 drauf.
Der Crafter ist mit Sechsganggetriebe und einem 2-l-Diesel mit 100 kW (136 PS) oder 120 kW (163 PS) unterwegs. Auch im Sprinter schalten sechs Gänge, auf Wunsch auch ein Wandler-Automatikgetriebe. Die Dieselmotoren decken eine Leistungsspanne von 84 kW (114 PS) bis 140 kW (190 PS) ab. Alternativ steht der Sprinter mit Benzinmotor sowie bivalentem und monovalentem Erdgasmotor zur Wahl. Die Leistung beläuft sich jeweils auf 115 kW (156 PS).
Nissan bietet den NT400 Cabster mit Koffer und einer Kabine für drei Personen an. Mit verschiedenen Radständen und Nutzlasten ist reichlich Stauraum garantiert: von 13,6 m3 für vier Europaletten über 16,5 m3 für sechs und 20 m3 für sieben Europaletten. Die Nutzlast variiert zwischen 1135 kg und 1335 kg bei einer Länge von 4,9 bis 6,3 m. Dank des geringen Wendekreises von 10,6 m und drei leistungsstarken Dieselmotoren mit 90 kW (122 PS), 100 kW (136 PS) oder 107 kW (146 PS) manövriert sich der Cabster auch mit Koffer souverän um jede Ecke. Den Chef freut die fünfjährige, europaweit gültige Garantie.
Bei Opel trägt der Movano den Koffer. In der kurzen Version mit 6,7 m Länge wahlweise mit Vorder- oder Hinterradantrieb. Der Vorderradantrieb ist um 200 kg leichter und erhöht auf diese Weise die Nutzlast. Wer einen Anhänger ziehen will, sollte sich aber für den Hinterradantrieb entscheiden. Die kurze Version hat mit 20 m3 Ladevolumen schon stattlichen Stauraum. Wer mehr braucht, kann die Langversion mit 22 m3 Laderaum und einer Länge von 7,17 m bestellen, die eine Nutzlast von mehr als 1,8 t bietet. Auch bei den Motoren setzt Opel auf Vielfalt: Den Movano gibt es mit sieben Dieselmaschinen von 92 kW (125 PS) bis 125 kW (170 PS). Ihre Kraft übertragen alle sieben mit einem 6-Gang-Getriebe auf die Straße.
Citroën holt sich für Koffer Experten ins Haus: Der in Kooperation mit Evels angebotene Aufbau hat stolze 20 m3 Ladevolumen. Als Kofferträger dient der Jumper. Dank seiner 30 mm starken Wände, den in die Seitenwände eingelassenen Stäbchen-Zurrleisten und der umlaufenden Scheuerleiste am Boden ist der Koffer besonders für den Holz- und Möbeltransport geeignet. Auch im Dunklen lässt sich der Jumper dank zwei LED-Bändern mit Bewegungssensor an den Seiten des Daches gut beladen. Es stehen drei Diesel von 81 kW (110 PS) bis 118 kW (160 PS) zur Wahl, alle erfüllen die Euro 6 Abgasnorm. Optional ist auch eine Start-Stopp-Funktion mit an Bord, die den Verbrauch und die CO2-Emissionen senkt.
… und besondere Ansprüche
Neben den drei Karosserieschmieden Junge, Spier und Evels gibt es eine Vielzahl an Dienstleistern, die spezielle Kofferlösungen für Nutzfahrzeuge anbieten. Auf Kühlaufbauten hat sich zum Beispiel die Brandt Kühlfahrzeugbau GmbH spezialisiert. Unter der Marke Brandt-Polarus fertigt der Mittelständler etwa 250 Kofferaufbauten pro Jahr in Leichtbauweise als Tiefkühl- oder Frischedienstkoffer. Eine Besonderheit von Brandt-Polarus ist der Mehrkammer-Aufbau der Koffer. Dabei kann der Kühlbereich sowohl durch Längs- als auch Querelemente geteilt werden.
Mit innovativer Fertigungstechnik hat sich auch die Rapid Leichtbau GmbH einen Namen gemacht. Ihre Leichtbaukoffer überzeugen dank der modernen Verbundwerkstoffe und Kunststoff-Schweißtechnik mit dem geringsten Aufbaugewicht am Markt. Dies sorgt für eine erhöhte Nutzlast und einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Zudem lassen sich die Koffer leicht reparieren und gut recyceln.

Steckbrief

Karosserieschmieden für individuelle Kofferaufbauten:
Brandt Kühlfahrzeugbau GmbH & Co. KG, 32699 Extertal www.Brandt-polarus.de
Evels Karosserie- u. Fahrzeugbau GmbH 48163 Münster www.evels.com
Junge Fahrzeugbau GmbH 22885 Barsbüttel www.jf.eu
Spier GmbH & Co. Fahrzeugwerk KG 32839 Steinheim www.spier.de
Rapid Leichtbau GmbH 38871 Ilsenburg/Harz www.rapid-leichtbau.de