Gesellenstücke der Innung Köln

Einer Idee folgen

Konzeptmöbel haben unter den Gesellenstücken aus der Tischlerinnung Köln Tradition. Das ist kühnen Vorbildern der vergangenen Jahre, mehr aber noch der hohen Aufmerksamkeit zu verdanken, die der Gestaltung innerhalb der Ausbildung beigemessen wird.

Konsequent einer Idee zu folgen, ist ein sicherer Leitfaden für die Gestaltung von Möbeln. Diesen Weg bei der Gestaltung des Gesellenstücks einzuschlagen, zeugt von Vertrauen und Mut: Vertrauen in die bisher erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Vertrauen vor allem in den Prozess der Gestaltung als einen in sich zielführenden Vorgang, der konsequent verfolgt zu überzeugenden Ergebnissen führt. Mut, sich auf eine Dynamik einzulassen, deren Richtung sich nicht im Voraus bestimmen lässt. Ein Gesellenstück muss kein Experiment in diesem Sinne sein, aber es ist das Verdienst einiger Ausbilder der Innung Köln, einen solchen Prozess zu fördern, wenn dafür das Potenzial erkennbar ist. Die diesjährige Jury zur Guten Form auf Innungsebene Köln hat sich dazu entschlossen, Preise sowohl als Auszeichnung für hervorragende gestalterische Leistungen wie auch als Ermutigung zu verstehen, einen eingeschlagenen Weg weiterzu- verfolgen. Manchmal kommt beides zusammen! So wurden in diesem Jahr neben vier Belobigungen auch vier Preise vergeben: ein erster, zwei zweite und ein dritter Preis. Nicht jede Entscheidung fiel einstimmig, aber alle waren konsensfähig. Bemerkenswert: Fünf der acht Auszeichnungen entfielen auf die Arbeiten der neun Frauen unter den 61 Teilnehmern. In aller Vorsicht lässt sich daraus folgern, dass insbesondere gestalterisch ambitionierte Frauen eine Perspektive in der Tischlerausbildung sehen. Wie viele darunter im Handwerk bleiben, hängt auch davon ab, ob sie in der Ausbildung einen Beruf erleben, der Herz, Hand und Verstand in Einklang bringen kann. –JN