Bundeswettbewerb Gute Form 2017

Fahrkarten nach Hannover

Zwei Gesellenstücke kann jeder Landesverband für die Teilnahme am Bundeswettbewerb Gute Form nominieren, in aller Regel den ersten und zweiten Preisträger im Landeswettbewerb. Warum das in NRW diesmal anders ist und wer dort noch zu den Favoriten zählte.

Wer aus NRW in diesem Jahr nach Hannover zum Bundeswettbewerb Gute Form fahren darf, war schon in vergangenen dds-Ausgaben zumindest indirekt ein Thema: Der erste Landessieger, ein Teambeitrag von drei Auszubildenden, nimmt außer Konkurrenz teil, der zweite Landessieger hat sowieso seine Fahrkarte und der dritte Preisträger rutscht nach – eigentlich ganz einfach. Die Kaffeebar von Fabian Kaluza aus Viersen holte in NRW den zweiten Platz. Durch die Sperrung des Teambeitrags aus der Innung Wesel kommt nun Georg Willig aus Köln, übrigens auch Preisträger des dds-Preises der Arthur Francke’schen Stiftung 2016, als dritter Preisträger unverhofft zum Bundesentscheid. Sein Tisch mit den in Grüntönen abgestuften und markant plastisch ausgearbeiteten Schubkastendoppeln dürfte auch in Hannover ein echter Hingucker sein – in jedem Fall ein würdiger Vertreter, der für die politische Entscheidung, von der er in diesem Fall profitiert, am allerwenigsten kann. Zum Thema Teambeitrag haben uns in der Redaktion und auf Facebook inzwischen ganz unterschiedliche Meinungen erreicht: Die spontane Zustimmung zum Teamgedanken überwiegt, manche sehen aber in der Zulassung von Teambeiträgen auch eine Gefährdung für das Gesellenstück als bewertbare Einzelleistung. Die Teilnahme von Teams berge zudem die Gefahr, dass Entwicklungsleistungen prämiert werden, die von der Mehrheit der Azubis nicht erbracht werden könnten – die Gute Form verdanke den großen Erfolg, Auseinandersetzung mit Gestaltung flächendeckend zu fördern, jedoch der Tatsache, dass Auszubildende aus durchschnittlichen Betrieben eine reelle Chance haben, unter den Preisträgern zu sein. Wir freuen uns über die engagierte Diskussion – siehe hierzu auch das Statement von Johannes Jürgensen.


dds-Redakteur Johannes Niestrath hat im Geburtsland der Guten Form NRW schon manches Ringen um die Weiterentwicklung des mehr als 30 Jahre erfolgreichen Wettbewerbs miterlebt: Et hätt noch immer jot jejange.