Eigentlich sind alle dafür

Unser Beitrag »Pioniere sind unbequem« in der Februarausgabe bezog zur umstrittenen Teilnahme eines Teambeitrags aus NRW am Bundeswettbewerb Gute Form Stellung. Jetzt präzisiert Tischler NRW die Hintergründe aus Verbandssicht – eine Zusammenfassung.

Gleiches Recht für alle ist der Streitpunkt bei der Nominierung einer Gruppenarbeit zur Guten Form auf Landesebene NRW und auf Bundesebene. Das Anliegen, drei Teilnehmer aus der Innung Wesel mit einem Teambeitrag zur Guten Form auf Landesebene zuzulassen, wurde zunächst dem Gestaltungsausschuss von Tischler NRW zur Beratung vorgelegt. Der Ausschuss befürchtete, bevor diese Möglichkeit nicht offiziell eingeführt sei, könne die große Präsenz einer Teamarbeit im Vergleich zu Einzelarbeiten die Chancengleichheit im Wettbewerb verzerren. Auch müsse trotz Gruppenarbeit sichergestellt sein, dass die Leistung der Auszubildenden in der Gesellenprüfung eindeutig zuzuordnen ist. Der Ausschuss habe wegen der oben genannten Bedenken gegen die Zulassung als Team votiert, sich wegen der außerordentlichen Qualität der Stücke aber dafür ausgesprochen, sie als Einzelbeiträge im erkennbaren Verbund zuzulassen.

Die Jury im Landeswettbewerb hat sich über diese Empfehlung hinweggesetzt und sich in Kenntnis der Vorgeschichte einstimmig für eine Vergabe des ersten Preises an die Gruppe entschieden – auch wegen des innovativen Gedankens der Teamarbeit. Kollegen aus den anderen Bundesländern teilten dann allerdings Bedenken, die bereits im Gestaltungsausschuss NRW formuliert wurden, und verweigerten der Gruppe auf der TSD-Mitgliederversammlung im Dezember 2016 gegen die Stimmen aus NRW die Teilnahme an der Guten Form auf Bundesebene. Man einigte sich auf den Kompromiss, die Stücke in Hannover auf einer Sonderfläche auszustellen. Tischler NRW möchte die Diskussion um die Zulassung von Teambeteiligungen bei der Guten Form auf Landes- und Bundesebene weiterführen. –JN