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Seite: 3 | Ausgabe: 12 / 2009
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Jeder Unternehmer, der sich eine neue Maschine anschafft, denkt darüber nach, wie er sie am besten auslasten kann. Je länger die Maschine läuft, umso schneller amortisiert sich die Investition, das ist klar. Die wenigsten Schreiner setzen diese betriebswirtschaftliche Binsenweisheit jedoch so konsequent um wie Henry Prenzel. Tagsüber sieht der Betrieb des Schreinermeisters aus Welzheim aus, wie jeder andere. Während bei den meisten Kollegen jedoch um fünf Uhr Feierabend ist und die Stammmannschaft nach Hause geht, rückt in Welzheim die zweite Schicht an. In der Nacht werden dann am laufenden Meter Korpusmöbel produziert. Prenzel hat seine Konstruktionsprinzipien und den Fertigungsablauf so weit standardisiert, dass die Arbeit in der zweiten und dritten Schicht von Produktionshelfern erledigt werden kann. Die Folge: Auch im Volumengeschäft kann er zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren. Wie Prenzel seine Organisation in den Griff bekommen hat, stellen wir auf den Seiten 16 bis 18 vor.

Immer weniger wettbewerbsfähig scheint der Werkstoff Furnier zu sein. Die Absatzzahlen zeigen seit Jahren nach unten. Nur im Premiumsegment, dem wirklich hochwertigen Innenausbau, ist Furnier nach wie vor gefragt. Durch diese Entwicklung geht dem Handwerk unwiederbringlich Know-how verloren, konstatiert unsere Autorin Lutgart Behets-Oschmann in ihrem Beitrag ab Seite 68. Sie rät dazu, gerade jetzt die Möglichkeiten von Furnier zu nutzen, um sich vom Wettbewerb zu differenzieren. Wie wäre es z. B., wenn Sie Ihren Kunden mal »Eiche mit Speck« anbieten? Furnierhändler Mehling & Wiesmann räuchert seine Spessarteiche so, dass sie eine markante, erdige Tönung bekommt und trifft damit exakt den Geschmack der Zeit. (Seiten 76/77).

Abgerundet wird unser Themenspektrum in diesem Heft durch den Schwerpunkt WINDOOR – Fenster, Türen, Bauelemente. Hier geht es um die Anforderungen, die die seit 1. Oktober 2009 geltende EnEV mit sich bringt. Während es Stimmen gibt, die spätestens mit der nächsten Novellierung in drei Jahren das Ende des IV 68-Holzfensters sehen, machen Reiner Oberacker und Franz-Josef Wiegers gerade den kleineren Fensterbauern Mut (S. 44-46). Ihrer Ansicht nach lässt sich die bekannte Konstruktion so modifizieren, dass sie auch weiterhin im Fenstermarkt ihre Berechtigung hat. Was meinen Sie?

Das dds-Team wünscht Ihnen über die Weihnachtstage ein paar besinnliche Stunden – und kommen Sie gut ins neue Jahr!

Hans Graffé, Chefredakteur

»Wird Furnier zum exklusiven Nischenprodukt für eine kleine Schar von Liebhabern?«